Wasserknappheit im Raum Burgdorfer Holz

Weißenhaussee mit niedrigem Wasserstand

In den letzten Jahren werden zunehmend geringere Niederschläge verzeichnet. Das wirkt sich fatal auf Natur und Umwelt aus. Die Teiche, in denen Frösche und Kröten ablaichen, sind trockengefallen und die Amphibien verschwinden. Der wenige Regen im Winter reicht nicht aus, um die Teiche wieder zu füllen. Das Wasser versickert.

 

Außerdem ist der Grundwasserspiegel um 1,5 bis 2 Meter gesunken ist, sodass unterhalb der Erdoberfläche kein Wasser aufsteigt, um das fehlende Regenwasser auszugleichen. Das ist zum Beispiel an der Seebeck erkennbar, die durch das Burgdorfer Holz fließt und bei Obershagen in die Burgdorfer Aue mündet. Ihr Wassereinzugsgebiet im Grabensystem nördlich von Immensen und Arpke hatte im vergangenen Februar durch den Winterregen Wasser. Ab Anfang April ist sie wieder vollends trockengefallen. Der zu geringe Regenniederschlag versickert sofort.

 

Die Seebeck, früher noch als ein fischreicher Fluss im Burgdorfer Holz bekannt, droht völlig zu verschwinden. Der niedrige Grundwasserstand wird auch beim Weißenhaussee und Seerosenteich sichtbar. Außerdem entziehen die Wasserwerke dem Grundwasserkörper große Wassermengen (2,8 Millionen Kubikmeter im Jahr, höhere Mengen sind in Planung). Und die Landwirtschaft braucht mehr Beregnungswasser als zuvor. Nach Auffassung des NABU muss diese Entwicklung schnellstens gestoppt werden. Das, was der Mensch dem Grundwasserkörper entnimmt, muss er auch wieder hinzufügen, wenn die Niederschläge es nicht ausgleichen können.

 

Der NABU vertritt die Idee, dass gereinigtes Klärwasser nicht sorglos in die Burgdorfer Aue geleitet wird und dann irgendwann in der Nordsee verschwindet, sondern dass dieses Wasser die Landschaft wieder vernässt und dem Grundwasser erneut zugeführt wird. Auch kann das Wasser für die Feldberegnung verwendet werden und so das Grundwasser geschont werden. Das übrige Wasser würde in das Grabensystem der Seebeck in Zeiten der Wasserarmut eingeleitet werden. Ein Teil des Wassers kann versickern und den Grundwasserstand erhöhen, anderes würde den Bach regenerieren.

 

Auch ist es sinnvoll, überschüssiges Wasser in die Moore dieses Gebietes (zum Beispiel Bullenmoor, Wennmoor) zu leiten und diese Moore zu renaturieren, damit sie als Wasserspeicher dienen und damit das Mikroklima in Zeiten großer Hitze verbessern und auf diese Weise Kohlendioxid gebunden wird. Das Grabensystem muss durch Barrieren verändert werden, sodass es nur so viel Wasser wie nötig abführt.

 

 

Die Zeit drängt! Kommt es erst zur Trinkwasserknappheit oder es steht kein Wasser mehr für die Beregnung unseres Anbaus von Nahrungsmitteln zur Verfügung, dann ist die Not groß!

Benjeshecke mit Bepflanzung in Immensen

Am Rande von Immensen arbeitete am 14. Oktober 2021 eine kleine Gruppe von NABU-Mitgliedern, um die Bepflanzung einer Feldhecke auf einer 360 Meter langen Strecke vorzubereiten. Es soll eine Vielfalt heimischer Sträucher und Bäume gepflanzt werden, die als Lebensgrundlage von Insekten und Vögeln dienen. An Stelle eines Zauns werden zwei Wälle mit Buschholz nach der Art einer Benjeshecke aufgetürmt Damit sollen die jungen Pflanzen gegen Verbiss von wildlebenden Säugetieren geschützt werden. Die Wälle dienen ab dem ersten Jahr als Schutz gegen Winderosion der Ackerkrume und geben den Vögeln Deckung.  Insekten finden ihren Lebensraum. Mitte November, wenn das Laub von den Sträuchern und Bäumen gefallen ist, werden die Jungpflanzen gesetzt.

 

Dieses Projekt war möglich, da Mitglieder des NABU, vorwiegend aus Immensen, in stetiger Arbeit die Hecke gebaut und gepflanzt haben. Die Eigentümerin stellte das Land zur Verfügung und der Pächter Philipp Hattendorf, der den Acker seit neuestem ökologische bewirtschaftet, war unterstützend einverstanden. Das Biodiversitätsprogramm der Region Hannover wird die entstandenen Kosten übernehmen. Die Straßenmeisterei der Stadt Lehrte lieferte wie andere auch das Schnittgut für die Hecke. Diese Zusammenarbeit ist beispielhaft und vorbildlich, um dringend die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu verbessern. Mehr Brutplätze sind vorhanden. Vögel finden Futter an den Beerensträuchern und Insekten Nahrung an den Blütenpflanzen.

 

 

Michael Scheer-Behrens (1. Vorsitzender des NABU Burgdorf-Lehrte-Uetze)

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