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Aktion für Mehlschwalben in Arpke

Anne Bönisch kann sich noch gut an diese Zeit erinnern, denn die Ziegelei wurde viele Jahre von ihrem Vater geführt. Die Schwalben liegen ihr besonders am Herzen. Ihr fröhliches Gezwitscher tönte schon immer im Frühjahr und Sommer über das weitläufige Gebiet. Schwalben, sowohl Mehl- als auch Rauchschwalben, bauen ihre Nester aus lehmhaltiger Erde. Diese nehmen sie mit dem Schnabel auf und formen daraus, mit Hilfe ihres Speichels, kleine Kugeln. So entsteht dann Kugel für Kugel ein stabiles Nest. Lehm- und auch tonhaltige Böden bieten ihnen bestes Material zum Nestbau. Als sogenannte Kulturfolger haben Schwalben schon vor langer Zeit an und in unseren Gebäuden Brutstätten gefunden. Die Mehlschwalbe bevorzugt für ihr Nest zum Beispiel eine breite Dachtraufe. Dort, direkt unter dem Dach, ist ihr Nest nicht gleich sichtbar und vor Wind und Regen geschützt. Auch Nesträuber haben es hier schwerer. Rauchschwalben suchen sich lieber in Ställen und in offenen Hallen ihre Nistplätze. Ihre Brut ist empfindlicher gegenüber Wind und Regen.


Da Schwalben im Flug trinken und Wasserinsekten eine gute Nahrungsquelle darstellen, ist der angrenzende See sicher noch ein weiterer Grund, warum Schwalben sich dort angesiedelt haben. Leider ist aus Mangel an Nahrung, wie bei vielen Insektenfressern, der Bestand von Schwalben rücklaufig.


Mehlschwalben sind Koloniebrüter. Früher reihte sich in geeigneten Gebieten unter den Dachtraufen oft ein Nest an das andere. Im Verbund ist die Mehlschwalbe wehrhafter gegenüber Greifvögeln und einem Fremdbesatz ihrer Nester. Diese Kolonien sind sehr selten geworden, so dass auch dadurch ihr Rückkgang zu erklären ist. Spatzen, die dort in sehr großer Zahl zu finden sind, beziehen auch manchmal die Naturnester der Schwalben. Nicht selten werden dabei ihre Nester zerstört. Somit ist das Angebot eines Kunstnestes sinnvoll, denn diese sind viel stabiler und haben ein schmales Einflugloch, dass speziell für die Schwalben ausgeformt wurde.

Dagmar Hartmann entdeckte vor einem Jahr Reste von Mehlschwalbennestern an dem Hauptgebäude des Gewerbeparks. So kam es zur ersten Kontaktaufnahme zwischen Anne Bönisch und ihr. Als erste Maßnahme wurden am 28. März Kunstnester unter die Dachtraufen des Verwaltungsgebäudes (Ost- und Westseite) angbracht. Diese Nester, die dem Naturnest nachgeahmt sind, sollen das Brutgeschäft der Mehlschwalben erleichtern. Sie können sich sozusagen ins gemachte Nest setzen. Es ist zu hoffen, dass dieses Angebot auch angenommen wird.

 

Text und Fotos: Dagmar Hartmann


 

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