Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2021

 

20. März 2021 - Marktspiegel Burgdorf

Ein Turm für die Mehlschwalben

Nabu hat auf dem Gelände der Kita Pusteblume Nistmöglichkeiten geschaffen

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Ehrenamtliche von der Nabu-Ortsgruppe bauen den neuen Schwalbenturm auf.
FOTO: PRIVAT

 

Burgdorf (r/fh). Der Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze hat auf dem Gelände der Kita Pusteblume einen Schwalbenturm mit rund 30 Kunstnestern aufgestellt. Das Grundstück am Iseweg in der Weststadt haben die Naturschützer ausgewählt, weil Mehlschwalben immer wieder versuchen, an den dortigen Mehrfamilienhäusern zu brüten – doch meist ohne Erfolg.

Aufgrund der Trockenheit im Frühjahr und Sommer haben Schwalben zusehends Schwierigkeiten, nassen Lehm für den Bau ihrer Nester zu finden. Deshalb fehlt ihnen oft die Stabilität oder sie fallen sogar ab. „Die Schwalben sind manchmal nur damit beschäftigt, ihre Nester auszubessern oder ganz neu zu bauen und kommen gar nicht zum Brüten“, beschreibt Schwalbenexpertin Dagmar Hartman von der Nabu-Ortsgruppe.

Der Nabu hat deshalb das Gespräch mit Hauseigentümern und Anwohnern gesucht. „Gemeinsam haben wir eine tolle Lösung gefunden. Es wurde beschlossen, dass bei der nächsten Fassadenrenovierung, in Bereichen an denen es nicht zu Konflikten kommen kann, gezielt Kunstnester angebracht werden“, sagt Hartman. An den unteren Fassadenteilen einiger Häuser sind seit Jahren Netze installiert, um den Nestbau dort zu verhindern. Denn Kot und Dreck haben in der Vergangenheit für Ärger gesorgt. In den Bereichen über Fenstern und Eingängen sollen diese Vergrämungsmaßnahmen erhalten bleiben, dafür wolle man den Schwalben mit den Kunstnester an geeigneten Stellen künftig gezielt „unter die Flügel greifen“, so Hartmann.

Damit die Schwalben aber nicht bis zur Fassadensanierung warten müssen, hat der Nabu nun in unmittelbarer Nähe, auf dem Kita-Gelände, einen Schwalbenturm aufgebaut. Um die Kosten möglichst gering zu halten, haben die Mitglieder einen ausgemusterten Laternenpfahl als Mast verwendet. Damit sich die Chancen einer Ansiedlung zusätzlich erhöhen, wurde außerdem ein Lautsprecher unterhalb der Nester installiert. Gerd Müller vom Freiwilligenzentrum hat diese Anlockstation ehrenamtlich für den Nabu gebaut. Nun können, mit einer Zeitschaltuhr gesteuert, die Rufe von Mehlschwalben erklingen.

Auch die Kita-Leiterin Gabriele Kühnberg hofft, dass der Turm angenommen wird. „Ich hatte am Anfang durchaus auch Vorbehalte“, gibt sie zu. Aber mit ausführlichen Informationen und guten Argumenten habe der Nabu sie überzeugt. Ein entscheidender Punkt für sie: Auf ihren Wunsch hin sei ein Platz abseits der Wege und Spielflächen gewählt worden. „Dort stört es uns nicht, wenn der Bereich um das Nest herum im Sommer mit Kot verdreckt ist“, sagt sie.

Schon jetzt sei das Nest bei den Kindern in der Notbetreuung ein Thema. „Sie fragen natürlich, was das ist und wir erklären ihnen die Hintergründe“, so Kühnberg. Wenn dort dann tatsächlich Schwalben brüten, wolle sie das auch in die pädagogische Arbeit einbeziehen. „Vielleicht auch in Zusammenarbeit mit dem Nabu“, sag sie. Auch bisher bestünden schon enge Kontakte zu der Ortsgruppe. „Wir haben in der Kita beispielsweise einen Natur-Schaukasten, eine Schmetterlingsammlung und auf dem Außengelände Nistkästen in den Bäumen, die Ernst Schmidt vom Nabu einmal im Jahr mit den Kindern sauber macht“, so Kühnberg.

 

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Ernst Schmidt von der Nabu-Ortsgruppe montiert das Dach über den Kunstnestern am neuen Schwalbenturm.
FOTO: PRIVAT

 

20. März 2021 - Neue Woche Burgdorf

Futterstellen für Schleiereulen

Tiere verhungern bei Schnee bereits nach 7 Tagen

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Eine Schleiereule im Anflug.
Foto: Erhard Zander

 

Region Hannover (r/pa). Als Beutegreifer ernähren sich die Schleiereulen zu 97% nur von Mäusen. Schon Schneehöhen über 7 cm schneiden Schleiereulen, die auch sehr kälteempfindlich sind, von ihren Beutetieren ab, so dass sie nach 7 Tagen ohne Nahrung verhungern.

In dem sehr kalten und schneereichen Winter 1978/79 sind bei uns in Norddeutschland über 95% der Schleiereulen verhungert. Damit diese Situation in diesem Winter nicht wieder entsteht, haben Dieter Kleinschmidt und Erhard Zander in den Ortschaften Uetze, Hänigsen, Obershagen, Weferlingsen, Steinwedel und Immensen Futterstellen in den Scheunen der Landwirte für die Schleiereulen eingerichtet. Diese Futterstellen mussten immer abends, wenn es dunkel ist, mit lebenden weißen Mäusen belegt werden, die auch gut von den Schleiereulen angenommen wurden. Schleiereulen nehmen nur lebende Nahrung zu sich.

Solche Aktionen können nur punktuell durchgeführt werden und auch nur dort, wo sich die Tiere aufhalten. Wir hoffen, dass viele Schleiereulen den schneereichen und kalten Winter durch unsere angebotene Hilfe überlebt haben.

 

19. März 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Im Einsatz für die Kröten

Auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer versuchen die Tiere, die Straße zu überqueren / Helfer Charly Wachsmuth schützt sie vor dem Tod

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Charly Wachsmuth (74) sammelt jedes Jahr die Kröten und bringt sie zu einem Teich auf derselben Straßenseite. Der Schutzzaun an der Spreewaldseenallee hindert die Tiere daran, die Straße zu überqueren.
FOTO: CRISTINA MARINA

 

Von Cristina Marina

Uetze. Das Laub raschelt laut unter den Füßen, Gestrüpp ragt zwischen den Blättern hervor. In den Wäldern an der Spreewaldseenallee und am Schafstallweg halten Erdkröten ihren Winterschlaf. „Vor ein paar Jahren habe ich selbst gesehen, wie eine graue Kröte daraus kam“, sagt Karl-Herbert Wachsmuth, genannt Charly. Ein Zufall war das wohl eher nicht. Denn der 74-Jährige aus Dahrenhorst engagiert sich seit mehr als fünf Jahren für die Kröten in den Erlenbruchwäldern.

Naturfreunde in Uetze bereiten sich in diesem Jahr wieder auf die bevorstehende Krötenwanderung vor. Acht Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) sowie des TSV Friesen in Hänigsen haben bereits zu Beginn des Monats an der östlichen Seite der Spreewaldseen-allee einen Fangzaun für Kröten aufgebaut. „Wir haben den so früh aufgestellt, weil wir dachten, dass die Temperaturen steigen werden“, sagt Erhard Zander, Vorstandsmitglied der Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte. Doch die Nächte blieben bislang kalt. „Erdkröten und Grasfrösche wandern erst zu ihren Laichgewässern, wenn die Nachttemperatur nicht unter vier Grad plus fällt – und möglichst bei Regen“, erläutert Zander.

Dies wird nun für die nächste oder übernächste Woche erwartet. Die Kröten zieht es dann naturgemäß zu dem Ort hin, an dem sie selbst geschlüpft sind. Das wären oft die Spreewaldseen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Obwohl die vorbeifahrenden Autos eigens darauf hingewiesen werden, langsamer zu fahren, würden zahlreiche Kröten beim Überqueren ihren Tod finden. Der etwa einen halben Kilometer lange Schutzzaun soll das verhindern.

Der ehrenamtliche Helfer Wachsmuth zeigt, wie das geht. Die Kröten laufen den Zaun entlang und fallen dabei in einen der weißen Zehn-Liter- Eimer, die alle zehn bis 15 Meter in der Erde verbuddelt sind. Zweimal täglich – jeden Morgen und jeden Abend – schaut Wachsmuth jeweils gegen 8 Uhr vorbei, um die Eimer zu kontrollieren. „Wenn die Kröten zu lange darin bleiben müssten, wäre es nicht gut.“ Die Tiere, darunter meist Erdkröten, aber auch Frösche und einige Teichmolche, würden dann zu einer leichten Beute für die Krähen, Füchse, Wildschweine oder Marder. Wachsmuth nimmt sie deshalb heraus und legt sie einzeln in seinen leuchtend gelben Eimer. Dann bringt er sie zu einem der vom Nabu eigens dafür angelegten Teiche auf derselben Straßenseite zurück.

An neue Gewässer gewöhnen

Vor rund vier Jahren hat der Naturschutzbund die neuen „naturnahen Kleingewässer“ – wie Nabu-Vorstand Zander sie bezeichnet – in den Erlenbruchwäldern ausgraben lassen. Dadurch hat sich seinen Angaben zufolge die Anzahl der Kröten, die auf ihrer Wanderung die Straße überqueren wollten, an der Spreewaldseenallee von 1800 auf 400 und am Schafstallweg von 2300 auf 340 verringert. Zander hofft, dass der Auffangzaun für Amphibien bald überflüssig wird, sollten sich künftig alle Tiere auf die neuen Teiche als ihre Laichgewässer umstellen. „Wir wollen sie allmählich umquartieren“, sagt Zander.

Bis dahin kümmert sich Charly Wachsmuth weiter darum, die Kröten einzusammeln. „An manchem Morgen kann es auch drei volle Eimer geben“, sagt er. Dann kommt auch seine Frau Jutta mit und hilft. In einem Eimer könnten sich bis zu 15 Kröten befinden. „Meist Doppeldecker“, sagt Wachsmuth. Er meint damit, dass die Weibchen die Männchen dabei huckepack tragen und zum Laichteich mitschleppen. „Die Männchen lassen auch in diesen Eimern nicht davon los, sie lockern ihren Griff nicht.“

Wie es sich anfühlt, die Kröten anzufassen? „Glitschig“, antwortet Wachsmuth. Der gelernte Bau- und Landmaschinenschlosser findet das aber nicht weiter schlimm. „Ich mache diese Arbeit ohnehin, weil ich mich mit der Natur verbunden fühle.“ Radfahrer hielten manchmal an, um zu fragen, was genau er da tue. Er biete ihnen oft an, selbst anzufassen. Meist lehnten sie ab. „Oh, nee, sagen sie dann“, erzählt er und schmunzelt.

Auch für Kinder seien Kröten inzwischen unbekannt geworden. „Die meisten kennen nur die Frösche.“ Eine befreundete Kindergärtnerin hatte sich deshalb einmal von Wachsmuth eine Kröte ausgeliehen und in ihre Kita mitgenommen. „Das hat die Kinder stark beeindruckt.“ Wachsmuth geht nun durch das dichte Unterholz hindurch zu einem der neu geschaffenen Teiche. „Dieser Ort ist für die Kröten optimal.“ Erhard Zander vom Nabu kann das bestätigen: Der Laich entwickele sich besser in flachen Gewässern, die von der Sonne schnell erwärmt werden.

Entscheidung nicht bereut

Damals habe Wachsmuth diese Aufgabe übernommen, weil der Vorgänger aufgehört hatte. Erhard Zander, damaliger Naturschutzbeauftragter der Region Hannover und ehemaliger Kollege von Wachsmuths Frau, habe ihn gefragt, ob er sich das vorstellen könne, berichtet Wachsmuth. Bis zu vier Wochen seien er und seine Frau im Einsatz – so lange dauert die jährliche Krötenwanderung. Trotzdem würde Wachsmuth heute auf Zanders Anfrage wieder genauso antworten wie damals: „Ich bin gerne dabei.“ Und in einigen Tagen soll es mit den Kröten auch wieder losgehen.

 

08. März 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Krötenzaun am Waldbad ist aufgebaut

 

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FOTO: CRISTINA MARINA

 

Die Erdkröten erwachen bald aus ihrem Winterschlaf und wandern dann zu ihrem Laichteich am Ramlinger Waldbad jenseits der Straße zwischen Ramlingen und Engensen. Daher haben Ehrenamtliche des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze am Sonnabend an dieser Straße eine Barriere aufgestellt. Der rund 500 Meter lange und 50 Zentimeter hohe Kunststoffzaun soll die Kröten davon abhalten, die stark befahrene Strecke zu überqueren und dabei überfahren zu werden. Was die Gefahrfür sie im Straßenverkehr noch erhöht: Die Weibchen sind meist sehr langsam. Denn sie haben mehrere Tausend Eier im Bauch und tragen auf dem Rücken das kleinere Männchen, erläutert Bernd Rose vom Nabu. Dieses klammere sich dabei eng an das Weibchen, manchmal sind es sogar mehrere auf einmal. Am Zaun kommen die Kröten nicht vorbei. Die Helfer haben vor dem Zaun Eimer eingebuddelt, in welche die Tiere hineinfallen sollen. Jeden Morgen schaut das Ehepaar Klaus-Dieter und Marianne Hein aus Ehlershausen vorbei. Die beiden sammeln die Kröten aus den 20 Eimern und bringen sie sicher auf die andere Straßenseite. mar

 

06. März 2021 - Marktspiegel Burgdorf

„Singvögel erkennen“

Erste Naju-aktion im Ortsverband

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Vogel-Kandidat der Top 10 für die Wahl zum Vogel des Jahres 2021 ist das Rotkehlchen.
FOTO: NABU/WILLI ROLFES

 

Burgdorf-Lehrte-Uetze (r/ gg). Nach dem Aufruf zur Namensfindung und Gründung einer neuen NAJU-Kindergruppe für Burgdorf-Lehrte-Uetze, gab es im NABU-Ortsverband viele Rückmeldungen. Eine Warteliste wurde erstellt. Der Zuspruch freute die Jugendleiterin Iris Darimont- Liebthal sehr. Sie sagt: „Das spiegelt ein großes Interesse an der aktuellen Umweltbildung des NABU wider und den Wissensdurst der Kinder zu Fragen rund um die Natur.

Wir werden uns dann gemeinsam mit den Kindern einen Gruppennamen überlegen, denn die Einsendung von Vorschlägen stand bei den Eltern für eine Anmeldung gar nicht an erster Stelle.“ Weil sich Betreuer gemeldet haben, kann die Gruppengröße auf 25 bis 30 Kinder erweitert werden. Aktuell bereitet das Team das erste Treffen, Corona bedingt verschoben, für Ende März vor: Das Thema „Vögel beobachten, Vogelfedern bestimmen, Singvögel erkennen“ passt dann genau zur Jahreszeit. Denn auch die Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ ist noch bis zum 19. März möglich, gefolgt von „Stunde der Gartenvögel“ vom 13. bis 16. Mai. Das aktuelle Programm für „Kleine Naturforscher“ im Alter von sechs bis zwölf Jahren steht demnächst auch als Download zur Verfügung. Um eine verbindliche Anmeldung für die jeweiligen Termine wird vorher gebeten. Fragen werden unter E-Mail jugend@nabu-burgdorf- lehrte-uetze.de beantwortet.

 

05. März 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu errichtet Schwalbenturm auf Kita-Gelände

Geschützte Vögel sollen sich in Kunstnestern auf Laternenmast in sechs Meter Höhe ansiedeln

Von Joachim Dege

Burgdorf. Wenn Ende März, Anfang April die ersten Schwalben aus Afrika zurückkehren, sollen sie sich in Burgdorfs Weststadt ins gemachte Nest setzen können. Das zumindest wünscht sich der Naturschutzbund (Nabu). Die Naturaktivisten um die Schwalbenbeauftragte Dagmar Hartmann errichten in diesen Tagen auf dem Gelände der Kita Pusteblume am Iseweg einen Schwalbenturm mit 30 Kunstnestern.

Der neue Schwalbenturm ist der erste seiner Art im Stadtgebiet. Andernorts, wie etwa in Meinersen, leistet er längst gute Dienste. Er soll nun auch den hier heimischen Mehlschwalben, die sonst gern an Häuserfassaden und am liebsten unter Traufen und Balkondächern nisten, zu neuen Brutstätten verhelfen.

Vögel kommen immer wieder

Die streng geschützten Schwalben sind sogenannte Gebäudebrüter. Sie sind gebietstreu. Wo sich einmal eine Kolonie niedergelassen hat, schlagen die Vögel nach Möglichkeit immer wieder gern auf. Was längst nicht jedem Hausbesitzer schmeckt und schon mal zu Konflikten führen kann. Die Mehrfamilienhäuser am Iseweg bieten den Schwalben, was sie lieben: einen direkten, hohen Anflug ihrer Nester, Schutz vor Wind und Regen an den Fassaden der Mehrfamilienhäuser und insektenreiche Wiesen ganz in der Nähe. Nur der Lehm für den akkuraten Nestbau ist nicht so leicht zu beschaffen, weshalb manches Nest nicht hält und bisweilen sogar abfällt.

Mit dem Schwalbenturm sollen alle auf ihre Kosten kommen: Die Hausbesitzer, die dann in Zukunft vor den Schwalben ihre Ruhe haben und sich nicht länger über Vogelkot auf dem Balkon ärgern müssen. Und natürlich die geschützten Mehlschwalben, sofern es gelingt, diese anzusiedeln in den Betonfertignestern. Diese sind in drei Etagen unter einem sechseckigen Flachdach auf einen ausrangierten Laternenmast in sechs Meter Höhe montiert.

Klänge als Lockmittel

Damit das Ansiedeln klappt, arbeiten die Naturschützer mit einem Trick. Gerd Müller vom Reparaturverein des Freiwilligenzentrums brachte in einem Alukoffer jede Menge Klangtechnik und eine Zeitschaltuhr unter. Das in der Kita trocken deponierte Gerät ist via Kabel mit der Nestplattform verbunden, auf der aus einem Lautsprecher zu festgelegten Zeiten ein Schwalbenpiepsen tönt. Das soll den demnächst aus dem Winterquartier heimkehrenden Artgenossen signalisieren: Hier wohnt schon wer, neue Nachbarn sind willkommen.

Annähernd 3000 Euro kostet der mit Bordmitteln errichtete Schwalbenturm laut Nabu-Vorstand Ernst Schmidt. Die Niedersächsische Bingo- Umweltstiftung übernimmt den Löwenanteil der Kosten. Bernd Rose, der ebenfalls dem Vorstand angehört, koordiniert die Arbeiten. Eine Baufirma macht dem Nabu einen Sonderpreis fürs Fundament. Schwalbenfachfrau Dagmar Hartmann hofft, dass die Schwalben das Nistangebot zu schätzen wissen, sodass auch die Kita profitieren kann: „Schön wäre es für uns beim Nabu, wenn die Kinder spannende Naturschauspiele erleben werden.“

 

26. Februar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Naturschutzbund füttert Schleiereulen mit Mäusen

Bei tiefem Schnee hatten die Vögel keine Chance, an Nahrung zu kommen / Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt installieren Futterstellen in luftiger Höhe

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Jagd auf die weißen Mäuse: Eine Schleiereule im Anflug auf eine Wanne, die die Naturschützer auf Stelzen montiert haben.
FOTO: PRIVAT

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Uetze/Hänigsen/Burgdorf. Die ausgiebigen Schneefälle am ersten Februarwochenende haben den Schleiereulen das Leben schwer gemacht. Mehr als zehn Zentimeter hoch war die geschlossene Schneedecke. Die Eulen hatten keine Chance, an ihre Beute zu gelangen. Deshalb hat der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze gehandelt und rund 300 weiße Mäuse für die nachtaktiven Raubvögel bestellt und sie damit gefüttert.

„Schon Schneehöhen ab sieben Zentimeter schneiden Schleiereulen, die auch sehr kälteempfindlich sind, von ihren Beutetieren ab. Nach sieben Tagen ohne Nahrung wären sie verhungert“, erklärt Nabu- Mitglied Erhard Zander den Grund für die Aktion. Zum letzten Mal hätte er im Winter 2010 die Schleiereulen mit Mäusen versorgt. Auch damals lag der Schnee ungewöhnlich hoch.

Futterstellen in Scheunen

Zander, der bis Ende 2020 Uetzes Naturschutzbeauftragter gewesen ist, liegen die Schleiereulen besonders am Herzen. Sie waren im schneereichen Winter 1978/1979 der Anlass, dass der Hänigser sich seitdem für den Naturschutz einsetzt. „Vor 42 Jahren sind bei uns in Norddeutschland über 95 Prozent der Schleiereulen verhungert“, berichtet Zander. Damit diese Situation in diesem Winter nicht wieder entsteht, habe er gemeinsam mit Dieter Kleinschmidt, Burgdorfs Naturschutzbeauftragtem, für die Schleiereulen in den Orten Uetze, Hänigsen, Obershagen, Weferlingsen, Steinwedel und Immensen Futterstellen in den Scheunen der Landwirte eingerichtet.

„Diese Futterstellen in luftiger Höhe mussten immer abends, wenn es dunkel ist, mit weißen Mäusen belegt werden“, erklärt Zander das Vorgehen. „Wir mussten lebende Mäuse nehmen, weil Schleiereulen nur lebende Nahrung zu sich nehmen.“ Das Futter sei von den Schleiereulen gut angenommen worden. Wohl nicht zuletzt weil es wegen der sehr feuchten vergangenen Monate generell weniger Mäuse gibt. Bestellt hatte Zander die Nager bei einer Spezialfirma.

Eulenpärchen in allen Dörfern

Im Burgdorfer Stadtgebiet gibt es laut Kleinschmidt sechs bis acht Schleiereulen. Im Uetzer Gemeindegebiet ist der Bestand größer, denn hier gibt es mehr Gebäude, in denen die Eulen nisten können. „Hänigsen und Uetze haben jeweils drei Pärchen. In allen anderen Orten gibt es jeweils ein Pärchen“, sagt Zander. Er kontrolliert die Nistkästen mindestens einmal im Jahr und hat so einen guten Überblick, wie es um die Schleiereulenpopulation bestellt ist. Im Juni wird er wieder in Sachen Eulennachwuchs unterwegs sein.

Bei Nistkästen, in denen Zander Jungeulen entdeckt, kann er davon ausgehen, dass auch zwei Alttiere dazu gehören. „Ab April brüten die Schleiereulen“, sagt Zander. Nach 30 Tagen schlüpfen die Jungen. „Schleiereulen können bis zu dreimal im Jahr brüten, das habe ich aber erst ein- bis zweimal erlebt.“

 

13. Februar 2021 - Neue Woche Burgdorf

Neue NAJU - Kindergruppe

Großes Interesse an Umweltbildung des NABU

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Die Blaumeise wird u. a. auf dem Programm der neuen NAJU-Kindergruppe im Frühjahr stehen.
Foto: Kathy Büscher

 

Burgdorf/Lehrte/Uetze (r/pa). Nach dem Aufruf zur Namensfindung und Gründung einer neuen NAJU-Kindergruppe für Burgdorf- Lehrte-Uetze erreichte den NABU-Ortsverband auf die Zeitungsartikel Ende Dezember hin eine große Anzahl von Rückmeldungen. So viele, dass eine Warteliste angelegt werden musste.

Besonders die damit verbundenen positiven Stimmen und der Zuspruch der Eltern freuten die Jugendleiterin Iris Darimont-Liebthal sehr: „Das spiegelt ein großes Interesse an der aktuellen Umweltbildung des NABU wider und den Wissensdurst der Kinder zu Fragen rund um die Natur. Wir werden uns gemeinsam mit den Kindern einen Gruppennamen überlegen, denn die Einsendung von Vorschlägen stand bei den Eltern für eine Anmeldung gar nicht an erster Stelle.“

Durch die Zeitungsartikel haben sich erfreulicherweise außerdem weitere Mitstreiter/innen gefunden, die sich aktiv als Betreuer/innen einsetzen wollen. Somit kann die Gruppengröße auf 25 bis 30 Kinder erweitert werden! Aktuell bereitet das Team das erste Treffen, Corona bedingt verschoben, für Ende März vor: Das Thema „Vögel beobachten, Vogelfedern bestimmen, Singvögel erkennen“ passt dann genau zur Jahreszeit. Denn auch die Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ ist noch bis zum 19. März möglich, gefolgt von der „Stunde der Gartenvögel“ vom 13. bis 16. Mai.

Das aktuelle Programm für „Kleine Naturforscher“ im Alter von sechs bis zwölf Jahren steht demnächst auch als Download zur Verfügung. Um eine verbindliche Anmeldung für die jeweiligen Termine wird vorher gebeten. Fragen werden unter jugend@ nabu-burgdorf-lehrte-uetze. de gerne beantwortet. Das Team freut sich auf die Aktionen mit den Kindern und hofft, diese dann mit den nötigen Hygienemaßnahmen endlich umsetzen zu können.

 

13. Februar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu legt Warteliste für Kinder an

 

Burgdorf. Die zum Jahresbeginn gegründete Kindergruppe des Naturschutzbundes (Nabu) in der Ortsgruppe für Burgdorf, Lehrte und Uetze kommt offenbar gut an. So gut, dass Jugendleiterin Iris Darimont-Liebthal jetzt bereits eine Warteliste hat anlegen müssen. Und dass, obwohl sich beim Nabu Freiwillige als Betreuer gemeldet hätten, sodass die Kindergruppe nun sogar 25 bis 30 Teilnehmer umfassen könne, wie der Nabu mitteilt.

Aktuell bereitet das Team um Darimont-Liebthal ein erstes Treffen für Ende März vor. Dabei soll es dann passend zur Jahreszeit um das Thema Vögel gehen. Die Kinder könnten dann Vögel beobachten, und sie lernten, Vogelfedern zu bestimmen und Singvögel zu erkennen.

Noch bis zum 19. März dauert die Wahl zum Vogel des Jahres 2021. Vom 13. bis 16. Mai hat der Nabu die Stunde der Gartenvögel ausgerufen. Weitere Infos gibt es auf www.nabu-burgdorflehrte- uetze.de. ks

 

12. Februar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Fledermäuse mögen den alten Bunker

Nabu-Experte Bernd Rose sucht weitere Winterschlafquartiere für die bedrohten Tiere

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Der Fledermaus-Regionalbetreuer Bernd Rose schaut im Bunker bei Hänigsen nach den Tieren, die dort ihr Winterquartier bezogen haben.
FOTO: SANDRA KÖHLER

 

Hänigsen/Dollbergen. Bei zwei bis sechs Grad Celsius schläft es sich im Winter am besten. Und wenn dann noch eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 90 Prozent herrscht und die Belüftung stimmt – dann fühlen sich die Schützlinge von Bernd Rose vom Naturschutzbund Burgdorf, Lehrte und Uetze so richtig wohl in ihren Quartieren. Vorwiegend Braune Langohren sind es, die bis zum Frühling in den vom Fledermaus-Regionalbetreuer für ihre Bedürfnisse eingerichteten alten Bunkern, Kellern und Betonröhren in der und rund um die Gemeinde Uetze überwintern. Auf dem alten Gasolingelände in Dollbergen ebenso wie in Eddesse im Landkreis Peine, in Burgdorf und Lehrte.

„Ab und an findet man auch mal eine Wasser- oder Fransenfledermaus. In anderen Gegenden ist das genau umgekehrt“, sagt Rose. An der Decke des alten Bunkers bei Hänigsen hat er Lochziegel befestigt, an der Wand Platten aus Stein und Styropor. Am Eingang gibt es zwei Steintürme. Rose versucht, den fleißigen Insektenfängern immer wieder etwas Neues anzubieten. Ob sie es wirklich mögen, zeige sich erst im Laufe der Zeit. Eins jedenfalls weiß er: „Da, wo man seinen Finger reinstecken kann, ist es ideal für Fledermäuse. Die lieben es, Körperkontakt zu den feuchten Steinen zu haben“, sagt Rose.

Feucht müsse es deshalb sein, weil sich die Fledermäuse während des Schlafs nicht putzen könnten. „Die Feuchtigkeit ist gut für die Flughäute und hält sie geschmeidig, das wirkt ein wenig wie Creme bei uns Menschen“, erklärt der Fledermausbetreuer. In einem zu trockenen Quartier würden sich die Tiere nicht zum Winterschlaf zurückziehen. Damit sie im Bunker gute Bedingungen vorfinden, leitet Rose das Wasser von der Regenrinne mit einem Schlauch hinein. „Im Sommer will ich die Belüftung noch verbessern“, sagt er. Vielleicht spräche sich der gehobene Komfort dann bei den Fledermäusen herum. Aktuell nutzen etwa zehn bis zwölf Exemplare den Bunker regelmäßig als Winterquartier.

Wäscheklammern an den Steinen zeigen an, an welchen Stellen bei der letzten Kontrolle im November Tiere waren. „Da war es noch zu warm, sie hatten die Augen offen und dösten“, sagt Rose. Mit einer Stirnlampe und einem Taschenspiegel kontrolliert er die Verstecke. Und tatsächlich, da hängt eine Fledermaus mit geschlossenen Augen in einem Loch neben der Wäscheklammer. Hinter ihr ist eine zweite zu sehen. „Das ist ungewöhnlich“, sagt Rose. Auch wenn die Tiere Geselligkeit lieben, ihren Schlafplatz nutzen sie eher allein. „Es kann sein, dass sie jetzt da seit November drin ist. Es kann aber auch sein, dass sie zwischendurch rausgeflogen ist und den Platz wieder aufgesucht hat“, sagt Rose.

Aufwachen kostet viel Energie

Es komme durchaus vor, dass die Tiere, die ihre Körper auf Umgebungstemperatur herunterfahren, die Pulsfrequenz auf drei Schläge pro Minute drosseln und in dieser Zeit nur einmal atmen, wach werden: um zu trinken oder ihre Blase zu entleeren zum Beispiel. Werden sie jedoch durch eine Störung geweckt und müssen ihre Körperfunktionen schlagartig hochfahren, verbraucht das viel Energie aus dem angefressenen Vorrat. Passiert dies öfter oder dauert der Winter zu lange, schwächt das die Tiere so sehr, dass sie sterben können.

Denn Insekten, bevorzugt Mücken, Fliegen und Falter, können sie im Winter nicht fangen. Etwa 3000 Stück benötigt eine einzige Fledermaus täglich, um satt zu werden, sagt Rose. Insofern könne sich das Artensterben bei Insekten auch verheerend auf die Population der Fledermäuse, die in der Regel pro Jahr nur ein Jungtier gebären, auswirken. Alle 24 heimischen Arten wurden bereits vor Jahrzehnten auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten gesetzt – besonders der Einsatz von Insektiziden und der Verlust ihres Lebensraums hatte den Fledermäusen stark zugesetzt. Eine weitere Gefahrenquelle, und zwar mitnichten eine kleine, sind Rose zufolge Windräder: „Im Bereich der Nabe entwickelt sich Wärme. Wo Wärme ist, sind Insekten, also die Futterquelle für Fledermäuse.“

Nabu sucht weitere Quartiere

So viele Fledermäuse wie zu Zeiten seiner Großeltern werde es also auch in Zukunft nicht mehr geben, meint Rose. Er jedenfalls freue sich darüber, dass Fledermäuse hierzulande als schützenswerte Tiere gesehen und positiv bewertet werden. Wer ihnen helfen will, kann beispielsweise auf Dachböden einen Einflugschlitz lassen oder Fledermausbretter aufhängen. Rose freut sich auch über Menschen, die ungenutzte Keller, Stollen oder Ähnliches als mögliches Fledermausquartier zur Verfügung stellen. Mit etwas Glück werden die Quartiere wie etwa in Dollbergen und Eddesse nicht nur als Winter-, sondern auch als Paarungsquartier genutzt. „Aber das entscheiden die Tiere ganz allein.“

 

Zu erreichen ist Rose unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 sowie per e-Mail an rose@nabu-burgdorf-lehrte-uetze.de.

Weitere Bilder finden Sie unter haz.de/uetze und neuepresse.de/uetze

 

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Munter guckt das Braune Langohr aus seinem Ruheplatz in einer Ritze.
FOTO: BERND ROSE

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Bitte nicht stören: Am Eingang des Bunkers befindet sich nicht nur das Einflugloch für die Fledermäuse, sondern auch ein Zettel mit Informationen.
FOTO: SANDRA KÖHLER

 

30. Januar 2021 - Neue Woche Burgdorf

Arbeitseinsatz des NABU

 

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Arbeitseinsatz in Wackerwinkel

 

In den letzten Monaten mussten viele Veranstaltungen des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, z.B. Exkursionen und Vorträge, wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Aber die Arbeitseinsätze zur Instandhaltung von Streuobstwiesen und Teichen müssen stattfinden, um die Natur zu unterstützen. Deshalb trafen sich im Januar 10 NABU-Mitglieder an einem Teich in der Kieskuhle Wackerwinkel bei Uetze. Unter Einhaltung der Coronaregeln wurde dort der Uferbereich des Teiches frei geschnitten. Das ist eine Arbeit, die etwa alle 5 Jahre gemacht werden muss. Äste und Zweige von Bäumen und Hecken wurden entfernt. Das ist notwendig, damit ab dem Frühjahr genug Sonnenlicht ins Wasser gelangen und es aufwärmen kann. Dadurch kann sich der Laich, den die Amphibien in das Wasser ablegen, gut entwickeln. Auch zu viel Laubeintrag ist für das Gewässer nicht gut. Die geschnittenen Äste und Zweige wurden dann an den Seitenrändern aufgeschichtet und bieten dann gute Versteckmöglichkeiten für Tiere. Der Teich, an dem gearbeitet wurde, gehört nicht dem Verein; er zahlt 250 Euro Pacht pro Jahr dafür, die aber vom Besitzer regelmäßig wieder gespendet werden. (Foto oben)

 

27. Januar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu pflegt Biotop in Wackerwinkel

 

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Arbeitseinsatz in Wackerwinkel
FOTO: BERND ROSE

 

Seit Monaten müssen viele Veranstaltungen des Naturschutzbunds (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze ausfallen. Doch bei der Pflege der zahlreichen Streuobstwiesen und Amphibienteiche, die sie im Laufe der Jahre im Nordosten der Region Hannover angelegt haben, machen die Nabu- Mitglieder keine Abstriche. Jetzt haben sich zehn ehrenamtliche Naturschützer in der Kieskuhle in Wackerwinkel getroffen, um – mit viel Abstand untereinander – die Uferbereiche des Teichs, der sich am Grund der Kuhle gebildet hat, freizuschneiden. „Das ist eine Arbeit, die etwa alle fünf Jahre gemacht werden muss“, erklärt Nabu-Pressesprecherin Margret Schäfer. Es wurden Äste und Zweige von Bäumen und Hecken entfernt. Das sei notwendig, damit im Frühjahr genug Sonnenlicht auf die Wasserfläche fällt und das Wasser erwärmt. denn nur dann könne sich der Laich der Amphibien gut entwickeln. Die abgeschnittenen Äste und Zweige wurden an den Seitenrändern aufgeschichtet – als Unterschlupf für Kleintiere. dt

 

20. Januar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Tödliche Gefahr für Vögel

Nabu rät zu maßvoller Gartenbeleuchtung

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In einigen Bäumen im Stadtgebiet sind im Winter Lichterketten zu finden.
FOTO: ELENA EVERDING

 

Von Elena Everding

Burgdorf. Die Weihnachtszeit ist seit Wochen vorbei. Die für den Advent so typische Außenbeleuchtung vieler Häuser und Gärten aber macht mancherorts nach wie vor die Nacht zum Tag. Lichterketten hängen an Regenrinnen, vor Traufen und Carports, in Bäumen und Büschen der Vorgärten – mal bunt, mal blinkend. Weithin sichtbar ist unter anderem der illuminierte Turm der St.-Pankratius- Kirche im Herzen der Stadt.

Was beim Menschen die Stimmung in der dunklen Jahreszeit aufhellt, kann für Tiere zum Problem werden. Naturschützer sprechen von Lichtverschmutzung, weil überbordende Lichtquellen nachts schon mal Vögel irritieren und auch Insekten zusetzen können.

Kritik an Lichtverschmutzung

Der vogel- und insektenkundige Ernst Schmidt vom Naturschutzbund appelliert an Hausund Gartenbesitzer, sich das ganze Jahr über Gedanken über die Notwendigkeit von Außenbeleuchtungen zu machen. „Jede Lichtverschmutzung ist grenzwertig“, sagt er. Außer Straßenlampen und Leuchtreklamen trügen auch Privathaushalte zu einem immer heller werdenden Nachthimmel bei, sodass sich über größeren Städten sogar sogenannte Lichtglocken bildeten.

In einer maßvollen Nutzung von Lichterketten sieht Schmidt derweil kein Problem. „Im Winter fliegen keine Insekten umher, die durch das Licht angelockt werden könnten“, sagt er. Das sei eher im Sommer ein Problem. Veraltete Straßenlaternen, die Hitze entwickelten, zögen Insekten an, die dann verbrennen. Ungezählte Mücken, Fliegen, Käfer und Nachtfalter gingen in die tödliche Lichtfalle. Andere Tiere sieht Schmidt aktuell nicht gefährdet. „Fledermäuse und Igel sind im Winterschlaf, und Vögel schlafen nachts.“

Keine Kugellampen

Gleichwohl: „Seinen Garten sollte man generell nicht übertrieben ausleuchten“, rät Schmidt. Leuchten sollten daher nicht zu hell sein, zahlenmäßig auf ein Minimum begrenzt sein und am besten in Richtung Boden strahlen. Von Kugelleuchten rät der Naturschützer ab. „Bevor ich eine Lampe im Außenbereich anbringe, sollte ich mich fragen: Brauche ich diese Beleuchtung wirklich?“, sagt Schmidt.

Dass im Turm der Pankratius- Kirche nach wie vor acht Lichtbögen und Sterne die Innenstadt überstrahlen, hat derweil theologische Gründe. Nach dem Kirchenkalender endet die Weihnachtszeit erst am 2. Februar mit dem Fest Mariä Lichtmess.

 

16. Januar 2021 - Marktspiegel Burgdorf

Unterschriften für Artenvielfalt

Grüne und Nabu haben Volksbegehren beendet

Burgdorf (r/fh). Innerhalb von sechs Monaten haben 2300 Burgdorfer für das Volksbegehren Artenvielfalt unterschrieben, also zehn Prozent der Landtags-Wahlberechtigten. In ganz Niedersachsen gab es über 160.000 Unterstützer. Bis zum Stichtag am Mitte November haben der Naturschutzbund (Nabu), Bündnis 90/Die Grünen und ihre Partner ihr Etappenziel damit bei weitem übertroffen.

Denn landesweit wären schon 25.000 Unterschriften ausreichend gewesen, damit das Volksbegehren in die zweite Runde gehen kann. Die Initiatoren hätten dann noch einmal sechs Monate Zeit gehabt, um das Quorum von zehn Prozent zu erreichen und damit einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Dafür wären in ganz Niedersachsen insgesamt rund 610.000 Unterschriften nötig gewesen.

Doch auf diesen Schritt verzichten Nabu und Grüne jetzt! Nachdem der Landtag das Gesetz zum „Niedersächsischen Weg“ verabschiedet hat, haben sie das Volksbegehren kürzlich beendet. „Gemeinsam haben wir einen der größten Erfolge in der Geschichte des Naturschutzes in Niedersachsen erreicht“, resümieren der Ortsverein von Bündnis 90/Die Grünen und die Nabu Ortsgruppe in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Sie zeigen sich überzeugt, dass ohne den Druck des Volksbegehrens längst nicht so viel erreicht worden wäre. „Auch wenn wir nicht zu 100 Prozent unsere Ziele erreicht haben, so sind die jetzt beschlossenen Änderungen im Naturschutz-, Wald- und Wassergesetz eine deutliche Verbesserung für die Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen“, betont Ernst Schmidt vom Nabu.

Auf den „Niedersächsischen Weg“ hatten sich die niedersächsische Landesregierung, das Landvolk, die Landwirtschaftskammer sowie die Naturschutzverbände Nabu und BUND in monatelangen Verhandlungen geeinigt. Darin werden viele Vorschläge aus dem Volksbegehren aufgegriffen, aber auch Zugeständnisse an die Bauern gemacht. Landvolk und Bauernverband hatten kritisiert, dass der Nabu das Volksbegehren unterstützte, nachdem er dem Kompromiss bereits zugestimmt hatte. Doch die Naturschützer argumentierten, dass sie damit den Druck aufrecht erhalten wollten, bis der Landtag zugestimmt habe.

Als wichtigste Punkte des neuen Gesetztes sehen Nabu und Grüne: den besseren Schutz von Grünland und artenreiche Wiesen sowie Gewässerrandstreifen, das Verbot von Pestiziden in wichtigen Naturbereichen, einen erweiterten Wiesenvogelschutz sowie die Förderung von heimischen Baumarten und Ökolandbau. „Klar ist: Das Insekten- und Artensterben ist nach wie vor dramatisch und nicht mit dem heutigen Tag beendet. Wir werden uns weiter für besseren Natur- und Artenschutz – bestenfalls in guter Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft im Land und hier vor Ort – einsetzen“, kündigt Bernd Rose vom Nabu an.

 

12. Januar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein Eisvogel geht auf Fischjagd

 

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Vom Brückengeländer aus beobachtet ein Eisvogel den Gartenteich von Ernst Schmidt – auf der Suche nach Beute.
FOTO: PRIVAT

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. „Zwei kleine Fische hat der Eisvogel aus meinem Gartenteich geholt“, berichtet unser Leser Ernst Schmidt, der sich in seiner Freizeit seit vielen Jahren im Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze engagiert. Dreimal sei der Eisvogel in den Teich abgetaucht und zweimal mit Beute wiedergekommen. Danach habe er auf dem Geländer der Brücke, die über den Zulauf des Teichs führt, zehn Minuten relaxt. In einem solchen Augenblick ist das Foto entstanden, das Schmidt uns zugesandt hat.

Doch nicht nur der seltene Eisvogel kommt in seinen Garten. „Bei mir ist immer viel los: Kernbeißer, Dompfaff, ein großer Schwarm Stieglitze, Bergfink, neben den Standardvögeln wie Meise und Co.“, berichtet er. „Gestern ließen sich 40 Stieglitze, auch Distelfinken genannt, in einem Obstbaum nieder. Ich habe den Schwarm fotografiert und am großen Bildschirm die kleinen Vögel gezählt.“ Schmidt hat in seinem naturnah gestalteten Garten, der vielen Tieren Lebensraum bietet, auch gefiederte Schlafgäste. „Der Buntspecht übernachtet im Winter regelmäßig im Starenkasten, den er zuvor von Resten des Nests befreit hat.“

 

04. Januar 2021 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu ruft zum Zählen der Wintervögel auf

Haussperling fühlt sich wohl im Fuhsetal / Hat sich die Blaumeise von der Seuche im Frühling erholt?

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Der Haussperling war im vergangenen Jahr der häufigste Wintervogel in Niedersachsen.
FOTO: JULIAN STRATENSCHULTE/DPA

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Uetze/Lehrte. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf-Lehrte- Uetze ruft für das Wochenende 8. bis 10. Januar wieder zur Stunde der Wintervögel auf. Die Bürger werden gebeten, die gefiederten Wintergäste in ihren Gärten, auf ihren Balkonen und auf öffentlichen Grünflächen eine Stunde lang zu zählen. „Damit kann jede und jeder mithelfen, eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu ermöglichen“, erklärt Philip Foth vom Nabu Niedersachsen.

Schlecht ging es in den vergangenen Jahren vor allem den Amseln – ein Krankheitserreger hat viele getötet. Die schwarz gefiederten Singvögel sind in diesem Winter nun wieder öfter zu sehen. Ihr Bestand hat sich offenbar erholt.

Im vergangenen Frühjahr traf es die Blaumeisen, entsprechend wenige Vögel dieser Art wurden bei der Maizählung beobachtet. „In weiten Teilen Deutschlands trat eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie auf, der Tausende Meisen zum Opfer fielen“, berichtet Foth. Für die Fachleute sei es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

Die Stunde der Wintervögel ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands. Im gerade zu Ende gegangenen Jahr beteiligten sich laut Nabu mehr als 143000 Menschen daran, mehr als 15000 allein in Niedersachsen. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten. Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. „Die so erfassten Daten tragen dazu bei, unsere heimischen Vögel besser zu schützen“, sagt Foth. Zurzeit sind im Fuhsetal im Bereich der Gemeinde Uetze Haussperlinge häufig an den Futterstellen zu sehen. Noch häufiger ist ihr fröhliches Geschilpe zu hören, wenn sie sich in den Büschen zum Schwätzchen treffen.

Anhand der Zählungen – 2021 findet die elfte Wintervogelstunde statt – konnten die Nabu-Fachleute nachweisen, dass die winterlichen Vogelzahlen in den Gärten stark von der Witterung abhängen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

Die Beteiligung an der Stunde der Wintervögel ist einfach: Jeder Interessierte zählt eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet sie dem Nabu. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können auf www. nabu.de/ onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Telefonnummer (0800) 1157115 geschaltet. Auch über die Nabu-App Vogelwelt (Download auf www.nabu.de/vogel welt) kann die Zählung gemeldet werden.

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen