Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2020

 

22. Februar 2020 - Neue Woche Burgdorf

Vortrag: Summender Garten

Von wilden Ecken und lebendem Totholz

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Naturnahe Lebensräume für Insekten im eigenen Garten schaffen fördert die Artenvielfalt.
Foto: privat

 

Burgdorf(hu). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt am Donnerstag, 27. Februar, ab 19.30 Uhr zu einem Vortrag über das Anlegen von naturnahen Gärten für mehr Artenvielfalt ein.

Die natürlichen Lebensräume schrumpfen, das Insektensterben ist inzwischen drastisch - wer daran etwas ändern will, entscheidet sich am besten für einen naturnahen Garten. Wie das geht, berichtet Anna Cathrin Arndt, Dipl.-Ing. Landschafts- und Freiraumplanung. Solche Gärten überzeugen mit natürlicher Ästhetik und haben zugleich einen hohen ökologischen Wert.

Vermehrte Blütenvielfalt bietet Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen reichlich Nahrung, wilde Ecken und Totholz bieten ihnen und auch anderen Tieren wie Igeln und Vögeln Lebensräume. Solche Gärten sind nicht nur wunderbare Orte, die auch den Menschen zum Verweilen und zur Erholung einladen, sie sind auch oft viel pflegeleichter. Der Vortrag findet im Haus der Jugend in Burgdorf (Sorgenser Straße 30) statt. Der Eintritt ist frei.

 

20. Februar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein Leben für den Naturschutz

Erhard Zander engagiert sich seit mehr als 40 Jahren – nun hat ihn der Nabu ausgezeichnet

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Erhard Zander schaut sich bei Hänigsen einen Teich an, in dem Amphibien laichen. Er wurde auf seine Initiative hin angelegt.
FOTO: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen. Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Erhard Zander aus Uetze- Hänigsen für den Naturschutz ein. Dieses Engagement weiß der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland zu würdigen. Er hat den 77 Jahre alten Hänigser mit der silbernen Nabu- Ehrennadel ausgezeichnet – eine Premiere für die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Schon früh hatte sich Zander für die Natur interessiert. „Als Kind war ich viel im Wald“, sagt er. Einmal sei er nachts aufgestanden, um mit seinen Brüdern die Balz der Birkhühner im Bruch bei Wettmar zu beobachten. Heute gebe es dort leider keine Birkhühner mehr.

„Richtig sensibilisiert für den Naturschutz hat mich die Not der Schleiereulen im schneereichen Winter 1978/1979. Da sind bei uns in Norddeutschland fast alle Schleiereulen verhungert“, erzählt Zander. In Hänigsen habe nur ein Paar überlebt. 1979 hängte er in seinem Heimatort den ersten Schleiereulenkasten auf, um die Lebensbedingungen für die nachtaktiven Mäusejäger zu verbessern. Inzwischen hängen auf Dachböden und in Scheunen in der Gemeinde Uetze, der Stadt Burgdorf und der Stadt Lehrte 120 Kästen, in denen im Laufe der Jahre mehr als 5500 Jungeulen aufgewachsen sind.

„Seine“ Eule fliegt Weltrekord

In den Achtziger- und Neunzigerjahren hat Zander, der seit 1986 Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für die Gemeinde Uetze ist, die Jungeulen beringt. „Eine meiner Eulen ist Weltrekord geflogen“, berichtet er. In Spanien – 1863 Kilometer von Hänigsen entfernt – habe man den von ihm beringten Greifvogel angetroffen. Bis dahin war nicht bekannt, dass sich eine Schleiereule so weit von ihrer Kinderstube entfernt.

„Seit 1982 setze ich mich für den Schutz von Hornissen, Wespen und Hummeln ein“, sagt der Hänigser. Weil sie Schadinsekten vernichten, will er verhindern, dass deren Nester zerstört werden. Er berät Hausbesitzer, wie sie mit Hornissen und Wespen leben können, ohne gestochen zu werden. Nur in Ausnahmefällen setzt er Nester um. Um in der Region Hannover einen Stamm von Hornissenschützern aufzubauen, richtete er für Imker, Feuerwehrleute und Naturschützer Seminare aus.

1990/1991 und von 2007 bis 2009 fertigte Zander eine Amphibienkartierung für das Gemeindegebiet an. An mehr als 100 Gewässern hörte er sich die Froschkonzerte an. Die Wasserflächen sucht er nach Amphibienlaich ab. „Dazu musste ich die Gewässer von März bis Juni aufsuchen, um alle Arten zu erfassen“, erzählt er. Auf die Kartierung greift Zander oft zurück, wenn er als Naturschutzbeauftragter Stellungnahmen zu Planungen abgeben muss.

„Ich habe dafür gesorgt, dass in der Gemeinde Uetze mehr als 40 Amphibienlaichgewässer angelegt wurden“, sagt der 77-Jährige. Um Frösche und Kröten davor zu bewahren, dass sie überfahren werden, stellt er am Freitag, 21. Februar, wie in den Vorjahren mit Mitgliedern des Nabu und des TSV Friesen Hänigsen Krötenschutzzäune am Schafstallweg und an der Spreewaldallee in Uetze auf.

Mit Dieter Kleinschmidt aus Burgdorf betreut Zander zudem die Storchennester in Uetze, Burgdorf und Lehrte. Mit Helfern haben sie neue Horste in Dedenhausen, Obershagen, Schillerslage und Kolshorn aufgestellt. Andere Nester haben sie erneuert.

Aufklärer in Sachen Natur

Zu den Aufgaben eines Naturschutzbeauftragten gehört außerdem die Öffentlichkeitsarbeit. Daher hält Zander Vorträge – etwa mit dem Titel „Hornissen sind friedlicher als ihr Ruf“ – und lädt zu Exkursionen ein. Besonders beliebt seien die Ausflüge „zu den Kinderstuben der Weißstörche und der Schleiereulen“. Zander: „Die sind für Familien mit Kindern geeignet. Da kommen immer 60 bis 80 Personen.“

 

04. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Wer findet einen Eichelhäher?

Der Nabu veranstaltet vom 10. bis 12. Januar die „Stunde der Wintervögel“ / Schulklassen können sich bereits an den Tagen davor beteiligen

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Bei der „Stunde der Wintervögel“ können Interessierte im Garten, Park oder auf dem Balkon beobachten und zählen.
Foto: Nabu

 

REGION (r/fh). Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? Der Niedersächsische Naturschutzbund (Nabu) und seine Jugendorganisation Naju rufen wieder zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Sie findet vom 10. bis zum 12. Januar 2020 statt. Bundesweit können Interessierte dann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem Nabu das Ergebnis melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel. de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Zudem können sie am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer (0800) 1157115 durchgegeben werden.

Im Januar 2019 beteiligten sich in Niedersachsen über 15.400 Menschen an dieser Aktion. Insgesamt gingen Meldungen aus über 10.100 Gärten ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. Deutschlandweit beteiligten sich über 138.000 Menschen an der Aktion, der Haussperling war auch dort häufigster Wintervogel, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling.

In diesem Jahr könnte die Zählung unter anderem Aufschluss darüber geben, wie sich der zweite Dürre-Sommer in Folge auf die heimische Vogelwelt auswirkt. Außerdem erhoffen sich die Naturschützer auch Erkenntnisse über den Eichelhäher. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Philip Foth vom Nabu Niedersachsen. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978.“

Als Grund vermuten die Vogelexperten, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. „Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist“, erklärt Foth und ergänzt: „Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt.“ Die „Stunde der Wintervögel“ könne nun zeigen, wo sie geblieben sind. Es sei wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.

Kinder und Jugendliche haben auch die Möglichkeit, sich in der Zeit vom 6. bis 10. Januar an der „Schulstunde der Wintervögel“ zu beteiligen. Dafür bietet die Naju auf ww.NAJU. de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Auswertung ein.

Der Nabu Niedersachsen bietet zur Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ ein Paket mit weiteren Informationen samt Zählhilfe und Gartenvogelporträts sowie Tipps zur Winterfütterung gegen einen Fünf-Euro- Schein an: NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Stunde der Wintervögel‘, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

 

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Bei der „Stunde der Wintervögel“ erhofft sich der Nabu diesmal insbesondere Erkenntnisse über den Eichelhäher.
Foto: Nabu

 

Körner, Samen und Rosinen - Der Nabu gibt Tipps für die Vogelfütterung

REGION (r/fh). Im Winter wollen viele Menschen etwas für die Vögel tun. Untersuchungen zeigen: Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt etwa zehn bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und diverse Drosseln.

Die Winterfütterung ist aber noch aus einem weiteren Grund sinnvoll: „An Futterstellen lassen sich die Vögel aus nächster Nähe beobachten, auch in der Stadt“, betont Philip Foth, Pressesprecher des Nabu Niedersachsen. So ist sei Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittele zudem Artenkenntnis. Das gelte besonders für Kinder und Jugendliche.

Vögel haben unterschiedliche Geschmäcker

Jede Vogelart benötigt spezielle Futterangebote: „Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne“, sagt Foth und ergänzt: „Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an der Futterstelle.“ Freiland-Futtermischungen enthielten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von verschiedenen Arten bevorzugt würden.

Die häufigsten Körnerfresser an Futterstellen sind Meisen, Finken und Sperlinge. In Niedersachsen überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln oder Zaunkönige. „Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt“, so Foth.

Vor allem Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. „Achten Sie darauf, dass sie nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind“, sagt Foth. „Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.“

NABU empfiehlt Futtersilos

Als Futter grundsätzlich ungeeignet sind gewürzte und gesalzenen Speisen. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. Der Nabu empfiehlt für die Fütterung ein sogenanntes Futtersilo, weil darin das Futter vor Nässe geschützt ist. Außerdem wird dort die Verunreinigung durch Vogelkot verhindert. Wer dennoch ein offenes Futterhäuschen nutzt, sollte es unbedingt täglich reinigen.

 

04. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Die Natur vor der Haustür

Der 40. Neujahrsspaziergang des Nabu führte zu Schwalbennestern im Stadtkern und in der Weststadt

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Ernst Schmidt vom Nabu zeigt beim Neujahrsspaziergang Schwalbennester, unter anderem an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule.
Foto: Franka Haak

 

BURGDORF (fh). Es war ein Neujahrsmorgen wie aus dem Bilderbuch: Die Temperatur lag knapp unter dem Gefrierpunkt, die Sonne stand tief am blauen Himmel und die nächtlichen Nebel hatten sich gelichtet. Gegen 11 Uhr trafen sich rund 70 Naturfreunde – dick eingepackt – auf dem Schützenplatz, um sich dem Neujahrsspaziergang des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze anzuschließen. „Es werden jedes Jahr mehr Teilnehmer. Ich bin überwältigt“, sagte Ernst Schmidt.

Er selbst leitete die Tour jetzt zum fünften Mal – ihre Premiere hatte die Veranstaltung aber bereits am 1. Januar 1981, sodass es jetzt der 40. Nabu-Neujahrsspaziergang war. Er hat seit vielen Jahren seine treuen Fans, zieht aber auch immer wieder neue Teilnehmer an. So war beispielsweise Carmen Bleicher von den Stadtwerken Burgdorf mit ihrem Mann zum ersten Mal dabei. „Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Es ist wirklich interessant und das Wetter ist natürlich auch traumhaft“, freute sie sich. Sie hätten sich das schon seit Jahren vorgenommen: „2020 haben wir den guten Vorsatz nun endlich umgesetzt.“

Auch der Regionsabgeordnete Oliver Brandt und seine Frau hatten den Neujahrsspaziergang schon seit längerem im Auge und rafften sich diesmal auf. Die Uhrzeit habe ihn nicht abgeschreckt, betont Brandt. „Ich bin Nestflüchter. Es war für mich eher eine Herausforderung, überhaupt bis 8 Uhr liegen zu bleiben“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

 

04. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Zuwachs bei den Schwalben

im vergangenen Jahr hat sich die zahl der nester an den vier Brutstellen in der Burgdorfer innenstadt fast verdoppelt

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Der Regionsabgeordnete Oliver Brandt (vorne, von rechts) und seine Frau Evelin unterhalten sich beim Neujahrsspaziergang mit Ernst Schmidt vom Nabu.
Foto: Franka Haak

 

Dabei wussten die Teilnehmer des Neujahrsspaziergangs vorher gar nicht so genau, worauf sie sich einlassen: Denn worum es diesmal gehen sollte, war nicht bekannt. Erst am Treffpunkt auf dem Schützenplatz hat Ernst Schmidt vom Nabu das Geheimnis gelüftet: Als Thema hatte er „Schwalben“ ausgewählt, die als Kulturfolger nahe beim Menschen leben. Und so führte er die Gruppe diesmal nicht ins Grüne, sondern die Straßen entlang. An vier Gebäuden im Stadtkern gibt es noch Schwalbennester: an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule Vor dem Celler Tor, an der Grundschule Gartenstraße, am Rathaus IV und am Bauhof an der Friederikenstraße.

Zu sehen bekamen die Teilnehmer die Schwalben freilich nicht. Denn sie überwintern im Moment in Afrika und kehren erst ab April für die Brut zurück. Warum hat Ernst Schmidt für den Neujahrsspaziergang trotzdem diese Vögel ausgewählt? „Im vergangenen Jahr haben die vier Kolonien entgegen dem Trend enorm Zuwachs bekommen. Die Zahl der Nester hat sich fast verdoppelt“, sagt er und fügt hinzu: „Ich habe keine Erklärung dafür. Aber es ist natürlich eine erfreuliche Entwicklung.“

Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bestände insgesamt stark zurückgehen. „Die Vögel leiden unter dem Insektensterben genauso wie unter der Versiegelung von Flächen“, betont die Schwalben-Beauftragte Dagmar Hartmann, die Schmidt bei dem Rundgang unterstützte. So gebe es beispielsweise immer weniger Lehmpfützen, die sie für den Bau ihrer Nester benötigen. Außerdem würden aufgrund von schärferen Hygienevorschriften Ställe zusehends geschlossen, sodass es gerade für Rauchschwalben weniger Brutplätze gebe.

Und auch für die Mehlschwalben werde es immer schwieriger: Ein Problem seien beispielsweise Dach- und Fassadensanierungen. „Sie sind bei alten Gebäuden natürlich irgendwann nötig und der Nabu würde sich niemals dagegen sperren“, betont Hartmann. Doch häufig gingen dabei Nistplätze verloren und wenn für den Anstrich eine Farbe mit Lotus-Effekt verwendet wird, würden auch neue Nester nicht mehr daran haften. „Dabei ließe sich oft ganz einfach Abhilfe schaffen“, so die Expertin. Betroffene könnten sich beim Nabu jederzeit beraten lassen.

Einen solchen Fall habe es jüngst auch am Meisenweg in der Burgdorfer Weststadt gegeben, wo die Hausverwaltung eines Mehrfamilienhauses Nester abschlagen wollte, ohne Ersatz zu schaffen. Doch aufgrund eines anonymen Hinweises schaltete sich der Nabu ein. „Wir haben erläutert, dass Schwalben unter Schutz stehen und es strafbar ist, ihre Nester einfach zu entfernen“, so Hartmann. Der Nabu habe der Hausverwaltung dann künstliche Nester zur Verfügung gestellt, die mittlerweile zusammen mit Kotbrettern an der Fassade montiert wurden.

Oft würde den Tieren nicht aus bösem Willen, sondern aus Unkenntnis das Leben schwer gemacht. „Viele Menschen bekommen gar nicht mehr mit, was sich in der Pflanzen- und Tierwelt unmittelbar um sie herum abspielt“, sagt Schmidt und fügt hinzu: „Was ich nicht kenne, kann ich nicht schützen.“ Deshalb sei es dem Nabu ein wichtiges Anliegen, zu informieren und den Menschen die Natur wieder näher zu bringen - und das nicht nur beim Neujahrsspaziergang.

 

03. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Mehlschwalben haben es in der Stadt nicht leicht

Neujahrsspaziergang des Naturschutzbundes führt zu den wenigen verbliebenen Nistkolonien / Diese Tipps helfen den Vögeln

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Das sind die künstlichen Schwalbennester des Nabu hinter Dachrinnen.
FOTOS: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER/NABU

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Burgdorf. Für Mehlschwalben verschlechtern sich die Lebensbedingungen zusehends. In Burgdorf gibt es nur noch wenige Nistplätze. Zu diesen führte Ernst Schmidt, Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze, die rund 70 Teilnehmer des traditionellen Neujahrsspaziergangs.

Im alten Burgdorfer Stadtkern nisten die selten gewordenen Vögel, die sich von Mücken und anderen Insekten ernähren, nur noch am Bauhof an der Friederikenstraße, an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, an der Grundschule I an der Gartenstraße und am Rathaus IV. „Diese Gebäude haben bis auf das Rathaus IV bisher noch keinen neuen Anstrich erhalten“, sagt Schmidt.Denn häufig werden bei Fassadensanierungen die Mehlschwalbennester entfernt, die die Vögel an den Außenwänden unter Dachvorsprüngen gebaut haben, weiß Schmidt aus Erfahrung. „Das Abschlagen der Nester ist verboten“, betont er. Auch im Winter, wenn die Nester unbewohnt sind, sei das tabu. „Die Schwalben und ihre Nester stehen das ganze Jahr unter Schutz.“

Darüber hinaus sei es untersagt, von Mitte April bis September den Anflug auf die Nester – etwa mit Gerüsten – zu versperren. Auch das sei eine Ordnungswidrigkeit. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, fügt Schmidt hinzu.

Nabu schafft künstliche Nester

Wenn es sich bei Fassadenrenovierungen nicht vermeiden lässt, Schwalbenquartiere zu beseitigen, müssten anschließend künstliche Nester angebracht werden. Bei einem Mehrfamilienhaus am Meisenweg hat diese Aufgabe nach dessen Sanierung der Nabu übernommen – in Absprache mit dem Hausverwalter. Bevor das Gerüst wieder abgebaut wurde, haben die Ehrenamtlichen sieben Doppelnester aufgehängt.

Damit sich die Hausbewohner nicht an den Nestern stören, habe der Nabu diese nicht über Balkonen und Fenstern platziert, sondern direkt unter der Traufe hinter den Dachrinnenabläufen, erläutert Schmidt. Darunter habe man Kotbretter aus Zinkblech als Schutz vor Verschmutzungen befestigt.

Bislang hatte eine größere Mehlschwalbenkolonie unter den Dachvorsprüngen des Gebäudes am Meisenweg genistet. „Wir gehen davon aus, dass die Schwalben im Frühjahr wiederkommen und dann das Kunstnestangebot annehmen“, sagt Schmidt. Gegebenenfalls würden die Mehlschwalbenpärchen neue Nester hinzubauen. Damit diese nicht abfallen, dürfen die oberen 30 Zentimeter unter dem Dachvorsprung nur mit normaler Binderfarbe gestrichen werden. „Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben.“

Drei Gründe für den Rückgang

Für den Rückgang des Mehlschwalbenbestands sind laut Schmidt hauptsächlich drei Gründe verantwortlich. Hauptgrund sei der Insektenmangel. Um eine Brut aufzuziehen, füttere ein Pärchen diese mit etwa einem Kilogramm Insekten, bis die Jungvögel flügge sind. Ein Weibchen legt in der Regel vier bis fünf Eier. Grund zwei: Bei Gebäudesanierungen gehen Nistmöglichkeiten verloren. Nicht zuletzt macht den Mehlschwalben auch der Mangel an Baumaterial zu schaffen. Denn die Flugkünstler suchen oft vergeblich nach lehmhaltiger Erde in Pfützen, weil innerorts inzwischen fast alle Wege gepflastert und asphaltiert sind.

 

03. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Motto lautet „Natürlich Burgdorf!“

Stadtmarketingverein hat ein breit gefächertes Programm für das Themenjahr zusammengestellt

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Der Vorstand und die Projektgruppe des Vereins Stadtmarketing Burgdorf präsentieren am Silvestertag an der Osttangente eine der Ortsbegrüßungstafeln, die auf das Themenjahr hinweisen.
FOTO: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Alle zwei Jahre ruft der Stadtmarketingverein Burgdorf (SMB) ein Themenjahr aus. 2020 steht unter dem Motto „Natürlich Burgdorf!“. In den Fokus gerückt werden soll die grüne Lunge der Kernstadt: der Stadtpark mit seinen weitläufigen Grünflächen entlang der Aue. Im Veranstaltungsreigen finden sich neben Vorträgen und Aktionen zum Thema Natur auch seit Jahren Bewährtes wie die Konzertreihe „Die vier Jahreszeiten“, der Gesundheitstag und eine Lichterschau.

Denn laut SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich geht es nicht zuletzt darum, den Fokus auf besondere Alleinstellungsmerkmale der Stadt zu richten, die in der öffentlichen Wahrnehmung „natürlich“ – im Sinne von selbstverständlich – mit Burgdorf verbunden werden. Im Programm, das örtliche Unternehmen, Vereine und Organisationen, die Stadt, der Verkehrs- und Verschönerungs- Verein sowie der SMB gestalten, sollen laut Bleich aber auch Naturthemen nicht zu kurz kommen.

Blumenmischung für die Stadt

So sollen bei vielen Themenjahrveranstaltungen kleine Tüten mit Samenmischungen, die speziell für den Burgdorfer Boden geeignet sind, verteilt werden. Insgesamt 5000 Tüten hat der SMB bestellt. Die ersten werden beim Neujahrskonzert am Sonnabend, 4. Januar, im StadtHaus unter die Leute gebracht. Weitere gibt es bei Aktionen mit Imkern und Landwirten ebenso wie beim Auftakt der Reihe „Natürlich Kultur!“ auf der Streuobstwiese an der Eseringer Straße. Das soll sowohl ein konkreter als auch ein symbolischer Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt sein.

Mit im Boot ist diesmal auch der örtliche Naturschutzbund (Nabu). Mit seinen zahlreichen Aktionen deckt er den Aspekt des Schutzes von Flora und Fauna ab. „Von der Saat bis zur Ernte“ lautet der Titel einer Führung, zu der die Otzer Ende Juli einladen. Das Burgdorfer Kino Neue Schauburg beteiligt sich mit drei Dokumentarfilmen über Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit. Im Zentrum des Themenjahres – sozusagen als Bindeglied für alle Veranstaltungen – steht eine zweimonatige Ausstellung unter dem Jahresmotto im Stadtmuseum.

Kulturangebote in der Natur

Darüber hinaus wollen die Macher Burgdorfs Natur als Veranstaltungsort in den Blickpunkt rücken. Am 26. April wird beispielsweise die Bigband des Gymnasiums Burgdorf auf der Streuobstwiese an der Eseringer Straße aufspielen. Die Musikschule Ostkreis Hannover lädt für den 15. Mai zu einem Konzert auf dem Magdalenenfriedhof ein. Ein Open-Air- Kino wird am 4. Juli auf dem Rodelberg im Stadtpark angeboten. Schauspieler Andreas Jäger hat sich für seine Dracula-Lesung am 11. Oktober einen sehr ungewöhnlichen Ort ausgesucht – den Fledermaustunnel an der Friederikenstraße. In ein besonderes Licht gerückt wird im wahrsten Sinne des Wortes der Schwanenteich im Stadtpark. Dort steigt am Sonnabend, 11. Juli, der Burgdorfer Lichtzauber. Am Donnerstag, 23. Januar, beginnt die Vortragsreihe „Natürlich gesund!“ im Stadtmuseum. Sabine Meyer erklärt ab 19 Uhr, wie jeder seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann. Einmal im Monat werden Referenten über Gesundheitsthemen sprechen. Für den 25. Oktober wird der inzwischen siebte Gesundheitstag vorbereitet.

 

Info
Eine detaillierte Programmübersicht mit Eintrittspreisen und Anmeldemöglichkeiten gibt es online auf www.stadtmarketing-burgdorf.de .

 

03. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu begleitet das Themenjahr mit vielen Aktionen

 

Beim Themenjahr „Natürlich Burgdorf!“ darf die größte Burgdorfer Naturschutzorganisation, der 2700 Mitglieder zählende Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze, nicht fehlen. Nach Ansicht des Vorstandsmitglieds Ernst Schmidt passen einige der Nabu-Veranstaltungen zu dem Jahresmotto. So finden sich im Programm des Themenjahres Führungen durch den Stadtpark, wobei Bäume und Vögel im Mittelpunkt stehen werden. Zusätzlich bietet der Nabu in diesem Jahr am 5. Juli eine Führung durch die Stadt zum Thema Natur an. „Natürlich sind wir auch bei der Ausstellung im Museum ab dem 21. März dabei. Da decken wir einen Großteil der Naturthemen ab, die Burgdorf betreffen“, sagt Schmidt. Unter seiner Anleitung hat eine Klasse der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule zehn Nistkästen gebaut, die während der Ausstellung im Museum hängen werden. „Sie werden zurzeit im Kunstunterricht bemalt“, berichtet Schmidt. Am letzten Ausstellungstag, 24. Mai, sollen sie versteigert werden. Für den Auftakt der Reihe „Natürlich Kultur!“stellt der Nabu seine Streuobstwiese an der Eseringer Straße zur Verfügung. Zum dortigen Konzert der Bigband des Gymnasiums am 26. April baut der Nabu einen Info- Stand zum Naturschutz auf. „Das machen wir auch beim Lichterfest“, sagt Schmidt.     fs

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen