Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Pressespiegel 2020

 

02. Mai 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Nabu wirbt für bunte Gärten

Neue Broschüre gibt Tipps für eine insekten- und vogelfreundliche Gestaltung rund ums Haus

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Dieter Kleinschmidt (von links), Mona Gharib und Bernd Rose vom Nabu präsentieren die neue Broschüre „Vorgärten in Burgdorf“.
Foto: Franka Haak

 

BURGDORF (fh). Mehr farbenfrohe Natur statt eintöniger Schottergärten – dafür wirbt die Nabu-Ortsgruppe mit der neuen Broschüre „Burgdorfer Vorgärten – lebendig, bunt und pflegeleicht“. Sie enthält Infos, Tipps und eine Liste mit geeigneten Pflanzen für unterschiedliche Standorte und soll ab sofort kostenlos an Interessierte verteilt werden.

„Heimische Pflanzen sind nicht nur ein Blickfang, sondern bieten auch Nahrung für Insekten, Nistmöglichkeiten für Vögel und Unterschlupf für Igel“, argumentiert Mona Gharib, die sich seit kurzem ehrenamtlich beim Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze engagiert. Schotterflächen seien für Tier- und Pflanzenwelt hingegen nutzlos. „Und auch der Boden darunter ist quasi tot“, erläutert Gharib. Denn meistens werde ein Vlies oder eine Folie ausgelegt, bevor die Steine aufgeschüttet würden. So verliere der Boden seine wichtige Funktion zur Wasserspeicherung, Humusbildung und als Raum für Bodenlebewesen.

Artenvielfalt vor der Haustür

Mona Gharib bietet auch eine individuelle Beratung zur naturnahen und pflegeleichten Gartengestaltung an

Oft werde die Entscheidung für einen Schottergarten damit begründet, dass gerade Berufstätige neben vielen anderen Verpflichtungen und Aktivitäten schlichtweg keine Zeit für Gartenarbeit hätten, so Mona Gharib vom Nabu Burgdorf, Lehrte Uetze. „Dabei machen Blumen, Büsche und Bäume nicht automatisch mehr Arbeit“, versichert sie. Immergrüne Bodendecker und viele Stauden seien recht anspruchslos und pflegeleicht. Außerdem sei es gar nicht so einfach, Schottergärten auf Dauer sauber zu halten. „Schon nach kurzer Zeit breiten sich genügsame Gräser, Algen und Moose aus, die nur schwer wieder zu entfernen sind“, erläutert Gharib das Problem.

Als Ergänzung zu dem neuen Info-Heft „Burgdorfer Vorgärten – lebendig, bunt und pflegeleicht“ bietet sie auch individuelle Beratung an. „Normalerweise komme ich dafür natürlich auch gern vorbei und schaue mir den Garten vor Ort an. Angesichts der Corona-Epidemie suchen wir im Moment nach anderen Möglichkeiten“, sagt sie. Einige hätten ihr beispielsweise per E-Mail Fotos zugeschickt oder ihr per Video-Telefonie den Garten gezeigt.

Es sei zu beobachten, dass das Interesse an der Natur und auch an der Gestaltung des eigenen Grundstücks im Moment sogar zunehme. „Gerade jetzt wo das öffentliche Leben stark eingeschränkt ist, verbringen viele mehr Zeit in ihrem Garten. Das ist auch eine Gelegenheit, die ein oder andere Ecke naturnah umzugestalten“, hofft Gharib.

Und worauf sollten Hobby- Gärtner grundsätzlich beim Kauf von Bodendeckern, Stauden und Gehölzen achten? „Heimische Pflanzen sind besser als exotische, weil sie in unsere Ökosysteme passen“, betont Gharib. Außerdem solle man möglichst ungefüllte Blüten wählen. „Denn bei den gefüllten handelt es sich um spezielle Züchtungen, in denen Insekten keinen Nektar finden“, erklärt sie.

Was ihr aber ganz wichtig ist: „Wir müssen nicht dogmatisch sein und versuchen, alles perfekt zu machen.“ Auch auf ihrem eigenen Grundstück sehe sie das ganz entspannt. „Wir haben hier in Burgdorf ein altes Haus mit bestehendem Garten gekauft“, sagt Gharib und ergänzt: „Natürlich reiße ich jetzt nicht alles heraus, was nicht dem Ideal entspricht.“ So lasse sie beispielsweise auch eine gefüllte Kamelie an der Terrasse stehen, die die Vorbesitzer angepflanzt haben, ebenso wie einen Buchsbaum. „Aber dazwischen schaffe ich viele naturnahe Oasen für Insekten und Vögel“, schildert sie.

Und wie geht man vor, wenn man einen Schottergarten angelegt hat. „Schritt für Schritt“, empfiehlt Gharib und fügt hinzu: „Wichtig ist es, überhaupt irgendwo anzufangen.“ So könne man Schotter und Pflastersteine ruhig erst einmal liegen lassen und die Flächen nur an einigen Stellen durchbrechen: „Man kann einfach zwei oder drei Löcher wühlen und Stauden einpflanzen. Dann kommen bestimmt auch bald die ersten Insekten.“

Laut der Landesbauordnung von Niedersachsen sind Schottergärten übrigens sogar verboten. Vor allem bei Neubaugebieten will die Stadt Burgdorf künftig noch gezielter darauf hinweisen und zusätzlich in den Bebauungsplänen festlegen, dass die Vorgärten überwiegend mit Rasen, Gräsern, Stauden und Gehölzen zu begrünen sind. Außerdem hat sie auch die Herausgabe der neuen Broschüre gefördert.

Vorbild war eine ähnliche Veröffentlichung des Nabu Barsinghausen. In Burgdorf soll das Heft künftig in den Begrüßungskörben des VVV für Neubürger enthalten sein und die Stadt will es an Bauwillige verteilen. Auch bei Veranstaltungen und an öffentlichen Auslagen soll die Broschüre erhältlich sein. Auf Wunsch versendet der Nabu sie außerdem per Post. Wer Interesse hat, schickt eine E-Mail an info@nabu- burgdorf-lehrte-uetze.de.

 

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Mit der neuen Broschüre will Mona Gharib Lust auf bunte Gärten machen. Sie selbst hat unter anderem Hochbeete mit Nutzpflanzen angelegt.
Foto: Franka Haak

 

18. April 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Neues Quartier für Fledermäuse

Nabu sorgt für Betonröhren im Neubaugebiet „An den Hecken“ / Stadt Burgdorf übernimmt Pflege

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Hier im Neubaugebiet „An den Hecken“ in Burgdorf entsteht das Fledermaus-Winterquartier.
Foto: Dana Noll

 

BURGDORF (dno). Die Fledermäuse bekommen ein neues Zuhause: Im Neubaugebiet „An den Hecken“ in Burgdorf, wurden am vergangenen Mittwochvormittag vier Betonröhren geliefert und eingesetzt, die für die heimischen Fledermäuse als Winterquartier dienen sollen. Vor gut zwei Jahren wurde das Projekt vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze angestoßen, das von der Stadt Burgdorf unterstützt wird.

Die frostsicheren Betonröhren bestehen aus vier Abwasserröhren, die je etwa 3,20 Meter lang sind, einen Durchmesser von etwa zwei Metern haben und gut 13,5 Kilogramm pro Stück auf die Waage bringen. Diese werden mit etwa 80 Zentimeter Erde bedeckt und zeitnah mit Rasen begrünt sowie heimischen Sträuchern bepflanzt. „Im Winter könnten sie auch als Rodelhang für die Kinder im Neubaugebiet dienen“, erklärt der Naturschutzbeauftragte der Stadt Burgdorf, Dieter Kleinschmidt.

In den Betonröhren werden vom Nabu noch Porotonsteine angebracht, „damit sich die Tiere dort einhängen können“, erklärt Nabu-Vorstandsmitglied und Fledermausregionalbetreuer der Region Hannover, Bernd Rose, „In diese Löcher kriechen die Fledermäuse und halten dort ihren Winterschlaf, geschützt vor dem Marder und der Eule.“

Die Röhre wird zudem mit einer Metalltür verschlossen, die für die Tiere einen Schlitz zum Hineinfliegen enthält. Das Regenwasser wird durch eine Lüftung hineingeleitet. „Der Raum muss eine Luftfeuchte von mindestens 90 Prozent haben, sonst schläft hier im Winter keine Fledermaus, da die Flügel sonst trocken werden würden. Die Körperpflege entfällt ja im Winterschlaf “, so Rose weiter.

Insgesamt etwa 24.000 Euro wurden in die Maßnahme investiert. Davon übernimmt die Stadt Burgdorf 12.000 Euro, die in die Bagger- und Sandarbeiten sowie die Bepflanzung und die zukünftige Pflege des Grünlands fließen. Der Rest, für Materialkosten, Transport und Einbau der Röhren, trägt der Nabu, der das Projekt über Sponsorengelder und Stiftungszuschüsse zu finanzieren plant.

„In etwa zwei Jahren, wenn das Material ausgedünstet ist, erwarten wir etwa zehn bis 16 Tiere wie die Wasserfledermaus, braunes Langohr oder die Fransenfledermaus. Durch diese Maßnahme versuchen wir, den auf der roten Liste stehenden 25 Fledermausarten in Deutschland, ein weiteres Winterquartier zur Verfügung zu stellen. Denn durch Haussanierungen, Abrisss und ähnliches werden immer noch vielen Arten ihre natürlichen Winterschlafplätze – unbewusst – genommen“, so Bernd Rose.

Im Sommer plant der Nabu, im Neubaugebiet in Hülptingsen, ein sogenanntes „Schwalbenhotel“ aufzustellen. Hierbei handelt es sich um ein circa zwei Quadratmeter großes Holzhaus mit vielen künstlichen Schwalbennestern darin beziehungsweise darunter. Dieses wird fest verankert in der Erde auf einer drei Meter hohen Metallstange stehen. Dort sollen die Schwalben dann ihre Nester bauen dürfen.

 

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NABU-Vorstandsmitglied und Fledermausregionalbetreuer der Region Hannover, Bernd Rose, zeigt das Innere der Röhre, in der die Fledermäuse überwintern werden.
Foto: Dana Noll

 

11. April 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Störche brüten in vier Nestern

Horst in Dollbergen ist noch verwaist

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Das Nest auf der Bäckerei Laube in Hänigsen ist auch in diesem Jahr wieder besetzt.
FOTO: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER (ARCHIV)

 

Uetze. Früher als üblich sind in diesem Jahr die meisten Weißstörche aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt. In der Gemeinde Uetze sind nach Auskunft des Naturschutzbeauftragten Erhard Zander bereits vier Horste besetzt. In Dedenhausen trafen das Männchen und das Weibchen bereits am 13. und am 17. Februar ein. Dabei dürfte es sich um Westzieher handeln, die in der Regel über die Straße von Gibraltar nach Westafrika in ihr Winterquartier fliegen. Viele Westzieher überwintern mittlerweile in Spanien.

Es folgten die Storchenpaare in Obershagen (18. Februar und 1. März), Hänigsen (19. Februar und 9. März) und Uetze (1. März und 15. März). „Sie sind alle etwa 14 Tage früher als sonst zurückgekommen und brüten alle schon“, sagt Zander.

Im vorigen Jahr war auch das Nest auf der Dollberger Erlöserkirche besetzt – das erste Mal wieder nach 16 Jahren. Das Storchenpaar zog zwei Junge auf. „Die Dollberger Störche werden noch eintreffen“, ist Zander überzeugt. 2019 seien sie auch erst Ende April gekommen. „Ich gehe davon aus, dass es ein junges Paar ist“, sagt Zander. Außerdem seien es Ostzieher. Ostzieher überwintern im östlichen und im südlichen Afrika. „Sie haben ohnehin einen weiteren Flug“, sagt der Naturschutzbeauftragte. Die Flugroute der Ostzieher führt über den Bosporus. Sie überwintern im östlichen und südlichen Afrika.

Wie sich das Nahrungsangebot für Meister Adebar entwickelt, hängt laut Zander von der Witterung in den nächsten Wochen ab. Auf jeden Fall werde es weniger Feldmäuse geben, die wie Amphibien, Regenwürmer, Insekten und andere kleine Tiere zum Nahrungsspektrum des Weißstorchs zählen. „Im vorigen Jahr hatten wir eine Mäusegradation“, berichtet Zander. Unter Gradation verstehen Zoologen eine vorübergehende Massenvermehrung einer Tierart. Amphibien hätten bessere Laichbedingungen als im vorigen Jahr, berichtet Zander. In den Laichbiotopen sei mehr Wasser als 2019. fs

 

11. April 2020 - Marktspiegel Burgdorf

(Fast) alle Störche sind schon da

Im vergangenen Jahr haben elf Brutpaare 30 Junge aufgezogen / Zehn Nester sind schon wieder besetzt

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In Schillerslage ist das Storchennest bereits wieder besetzt.
Foto: Bernd Moßmann

 

ALTKREIS (fh). Dieses Jahr sind die Störche im Altkreis aufgrund des milden Winters ganz besonders früh dran: Schon Anfang Februar wurde das erste Paar am Horst in Steinwedel gesichtet. Dort könnten die Jungen nun bald schlüpfen, spätestens in ein bis zwei Wochen werde es soweit sein, prognostiziert Erhard Zander vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. „Fast alle Paare sind noch einmal rund zehn Tage eher in den Altkreis zurückgekehrt, als im vergangenen Jahr“, so der Experte. Dabei beobachte er schon seit längerem, dass die Weißstörche zusehends früher mit der Brut beginnen. Das gelte vor allem für die Westzieher, die in Spanien oder Westafrika überwintern. Bei den Ostziehern, die zum Teil bis nach Südafrika fliegen, dauere es nach wie vor deutlich länger.

Von den elf Nestern, in denen im vergangenen Jahr gebrütet wurde, sind zehn bereits wieder besetzt. Der Horst in Dollbergen ist bisher noch frei. Doch weil die Bedingungen und das Nahrungsangebot dort besonders gut seien, zeigt sich Zander zuversichtlich, dass das Paar vom vergangenen Jahr wieder dorthin zurückkehrt. „Es ist auch 2019 erst am 24. April als letztes eingetroffen. Vermutlich handelt es sich um Ostzieher“, erläutert Zander. Trotzdem hätten sie erfolgreich zwei Junge aufgezogen. Wichtig sei dafür nur, dass sie bis Ende April mit der Brut beginnen.

Außer in Steinwedel wird auch in Dedenhausen, Obershagen, Hänigsen, Arpke, Sievershausen, Immensen, Schillerslage, Uetze und Dachtmissen bereits gebrütet. Das Nest an der Friederikenstraße in Burgdorf ist hingegen noch nicht besetzt, es war aber auch im vergangenen Jahr leer geblieben.

2019 haben die elf Brutpaare insgesamt 30 Junge großgezogen – eine außergewöhnlich gute Bilanz. Denn im vergangenen Jahr war das Nahrungsangebot besonders groß, weil es eine sogenannte Mäuseschwemme gab. „Ob auch 2020 für die Störche ein erfolgreiches Jahr wird, kann man noch nicht sagen“, betont Zander. Neben dem Nahrungsangebot, hänge das auch vom Wetter ab. Wichtig sei beispielsweise, dass nachts kein kalter Regen fällt, während die Jungstörche noch im Nest sind.

Der ambitionierte Hobby- Fotograf Bernd Moßmann hat bereits Aufnahmen von den Störchen in S t e i nw e d e l und Schillerslage gemacht. „Ich bin oft unterwegs, um zu fotografieren, meistens mit dem Fahrrad“, sagt er. Besonders stolz ist er, dass er das Steinwedeler Storchenpaar in der Abendsonne bei der Paarung fotografieren konnte.

 

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Paarung der Störche am 5. Februar auf dem Nest in Steinwedel.
Foto: Bernd Moßmann

 

07. April 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu verschenkt Nester für Mehlschwalben

Aktion des örtlichen Naturschutzbunds / Aufzucht der Jungen soll erleichtert werden

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Mehlschwalben brüten in den Kunstnestern und bauen zudem eigene daneben.
FOTO: PRIVAT (NABU)

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Uetze/Lehrte. Der Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze will die Mehlschwalben zurück in die Ortschaften holen. Die Lebensbedingungen für diese akrobatischen Flieger haben sich im Laufe der Jahre zusehends verschlechtert. Um den Schwalben die Aufzucht ihrer Jungen zu erleichtern, verschenkt der Nabu jetzt künstliche Doppelnester.

Aufgehängt werden können diese an fast jeder Hausfassade. Zudem empfiehlt es sich, unter den Nestern ein sogenanntes Kotbrett anzubringen – damit die Vögel weder die Fassade noch Wege und Terrassen am Haus verschmutzen.

Ein Kilo Insekten für Aufzucht

Die Nester sind laut Nabu bereits eine große Hilfe für die Schwalben. Doch es gebe weitere Möglichkeiten, um ihren Fortbestand zu sichern, erläutert Dagmar Hartmann, die sich beim Nabu um Schwalben und Mauersegler kümmert. Auf dem Grundstück können laut Hartmann kleine Lehmpfützen angelegt werden, damit die Schwalben Baumaterial haben. Denn sie bauen an die Kunstnester gern noch etwas an. Sinnvoll sei es auch, für die Vögel Wasserstellen zu schaffen.

Zudem können Futterpflanzen für Insekten im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse ausgesät oder angepflanzt werden. Der Grund: Schwalben sind Fleischfresser und brauchen für die Aufzucht ihrer Jungen Mücken und anderen Insekten. Ein Pärchen muss laut Nabu seine Brut mit etwa einem Kilogramm Insekten füttern, bevor die vier bis fünf Jungvögel flügge sind.

Nester per E-Mail bestellen

Wer sich die geschwätzigen Schwalben – sind zwei oder drei zusammen, beginnt sofort ein fröhliches Gezwitscher – gern in seine Nähe holen will, kann eine E-Mail schreiben an hartmann@nabu-burgdorf- lehrte-uetze.de und eines der Doppelnester bestellen. „Diese werden dann mit entsprechendem Infomaterial vor Ihre Haustür gelegt“, erklärt Hartmann das Vorgehen während der Corona-Pandemie.

Direkt in Burgdorf gibt es nur noch wenige Schwalbennistplätze: am Bauhof an der Friederikesnstraße, an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, an der Grundschule in der Gartenstraße und am erst wenige Jahre alten Rathaus IV. Das sind alles Gebäude, die mit Ausnahme des Rathauses, deren Fassaden in den vergangenen Jahren nicht neu gestrichen worden sind.

Häufig würden bei Fassadensanierungen die Mehlschwalbennester entfernt, sagt Nabu-Vorstandsmitglied Ernst Schmidt. Das sei jedoch bei Strafe verboten. „Die Schwalben und ihre Nester stehen das ganze Jahr über unter Schutz.“ Beim jüngsten Neujahrsspaziergang hatte Schmidt den Teilnehmern das Beispiel einer schwalbenfreundlichen Fassadensanierung gezeigt. An einem Mehrfamilienhaus am Meisenweg haben Ehrenamtliche des Nabu in Absprache mit dem Hausverwalter sieben neue Doppelnester aufgehängt.

 

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Eine Mehlschwalbe sammelt Lehm in einer Pfütze. Zusammen mit ihrem Speichel werden daraus Lehmkügelchen, mit denen die Schwalbe ihr Naturnest baut.

 

04. April 2020 - Neue Woche Burgdorf

NABU verschenkt Doppelnester

Behausungen für Mehlschwalben können angefordert werden

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So sehen die Kunstnester aus, die der NABU aktuell verschenken möchte.
Foto: NABU

 

Burgdorf/Lehrte/Uetze (r/hu). Die Schwalbenexpertin des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze, Dagmar Hartmann, sagt: "Es ist wieder soweit - die Schwalben kehren zurück aus ihren Winterquartieren!"

Viele freuen sich schon auf ihr fröhliches Gezwitscher. Wer bei sich Schwalben in der Nähe oder sogar an seinem Haus hat, kann vieles tun, um ihren Fortbestand zu sichern:

- Anbringen von Kunstnestern

- Anlage von kleinen Lehmpfützen für den natürlichen Nestbau

- Futterpflanzen für Insekten im Garten oder auf Balkon und Terrasse

- Wasserstellen schaffen.

Gerade zur Zeit ist es durch die Corona-Krise für viele Menschen nicht leicht, den Alltag neu und vor allem gesundheitsfördernd zu gestalten. Leichte Arbeiten am Haus und im Garten bieten sich hier vielleicht an.

Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze möchte auch in diesem Jahr wieder einige Mehlschwalbendoppelnester an Naturinteressierte verschenken. Die Nester waren eigentlich für eine Veranstaltung zu diesem Thema gedacht. Da diese natürlich auch abgesagt werden musste, möchte der NABU die Nester nun auf diese Weise ihrer Bestimmung zuführen. Falls Sie in Ihrer Umgebung in den letzten Jahren ein Schwalbenvorkommen feststellen konnten und an Ihrem Haus die baulichen Voraussetzungen dafür haben, melden Sie sich einfach unter folgender NABU e-Mail Adresse: hartmann@nabu-burgdorf-lehrte-uetze.de. Die Nester werden dann mit entsprechendem Infomaterial vor Ihrer Haustür abgestellt. Auf der Internetseite vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze finden Sie auch weitergehende Informationen zum Thema Schwalben.

 

03. April 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Röhren bieten Fledermäusen Quartier

Baugebiet An den Hecken: Naturschutzbund und Stadt realisieren Projekt am Weimarer Bogen

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Arbeiter positionieren die tonnenschweren Betonrohre mit einem Kran – später bedecken Erde und Pflanzen das künftige Winterquartier der Fledermäuse.
FOTO: ANTJE BISMARK

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Sie wiegen jeweils 13,5 Tonnen, verfügen über eine Länge von 3,20 Metern und einen Durchmesser von zwei Meter – und sie liegen seit Mittwoch im Erdreich des Baugebiets An den Hecken: Die vier Betonröhren, die Arbeiter jetzt mit einem Schwerkran am Weimarer Bogen positioniert haben, dienen den Fledermäusen künftig als Winterquartier. Für Bernd Rose, der sich in Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze um 52 Quartiere für die Säugetiere kümmert, bedeutet die Ankunft der Röhren einen wichtigen Etappensieg.

Denn bereits vor etwa drei Jahren nahm der Fledermausbeauftragte erstmals Kontakt mit der Stadt Burgdorf auf – um das neue Winterquartier als Ausgleichsprojekt für das Baugebiet anzuschieben. Nach der Verwaltung habe auch die Politik ihre Zustimmung signalisiert, denn letztlich teilen sich beide Seiten die Kosten für das Vorhaben. Die Stadt zahlt für die Bagger- und Sandarbeiten sowie die Bepflanzung und Pflege des Areals – wobei diese Kosten ohnehin angefallen wären. „Der Naturschutzbund übernimmt die Kosten für das Transport und Einbau“, sagt Rose und gibt die Gesamtkosten mit 12 000 Euro an. Für das Geld suche der Verein jetzt Sponsoren, er werde unter anderem die Bingo-Umweltstiftung ansprechen, sagt der Burgdorfer.

Rohre werden mit Erde bedeckt

Er wie auch einige Anwohner verfolgten, wie die beiden Tieflader die tonnenschweren Röhren anlieferten und der Kran sie letztlich zentimetergenau auf das vorbereitete Areal setzte. Mitarbeiter des Burgdorfer Unternehmens Ernst Link werden die vier Elemente in den nächsten Tagen und Wochen mit 80 Zentimeter Erde bedecken und mit heimischen Sträuchern bepflanzen – nachdem die Zwischenräume mit Beton versiegelt worden sind. „Später lässt sich kaum erkennen, dass sich unter dem Hügel die Röhren befinden“, sagt Dieter Grundmann von der Firma Sport- und Freiraumplanung, die die öffentlichen Flächen im Baugebiet geplant, die Ausschreibung betreut und dann die Bauüberwachung übernommen hat.

Die Naturschützer bauen nach Aussage Roses eine Tür ein, die sie mit einem Briefschlitz versehen. Zudem hängen sie rote Porotonsteine unter die Decke, in deren Löcher die Fledermäuse kriechen und Winterschlaf halten können – aber frühestens in zwei Jahren. Bis dahin müssen Rose und seine Unterstützer noch für ein Klima sorgen, das sich mit gleichbleibender Temperatur und einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 Prozent auszeichnet. Dafür bauen sie auf die Röhren ein etwa ein Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken samt Verbindungselement ins Quartier ein. Bis zu 20 Zentimeter hoch soll das Wasser stehen und dann langsam verdunsten, sodass zum einen die Luftfeuchtigkeit steigt und zum anderen die fremden Gerüche der Baumaterialien verschwinden.

Fledermäuse mögen es modrig

Wenn es schön modrig-feucht riecht, nehmen die Fledermäuse den Geruch aus dem Briefschlitz wahr und entdecken dann die Möglichkeit zum Überwintern, erläutert Rose das Prinzip. Bis zu 16 Tiere – Wasser- und Fransenfledermaus sowie Braunes Langohr – sollen einen sicheren Platz finden, fernab von Mardern und Eulen, die nicht durch den Schlitz in der Eisentür passen. „Damit versuchen wir, den auf der roten Liste stehenden 25 Fledermausarten in Deutschland ein weiteres Winterquartier zur Verfügung zu stellen“, sagt Rose. Denn mit Haussanierungen oder Abriss von Gebäuden reduzierten sich die natürlichen Winterschlafplätze.

Eine Lehrtafel soll die Passanten am Weimarer Bogen künftig über das Projekt informieren – und auch darüber aufklären, dass europäische Fledermäuse nicht Krankheiten wie Covid-19 übertragen. „Es gibt keinen Grund, sich deswegen zu sorgen“, sagt Rose und verweist auf unterschiedliche wissenschaftliche Studien.

 

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Bernd Rose vom Naturschutzbund verfolgt die Arbeiten im Baugebiet An den Hecken.
FOTO: ANTJE BISMARK

 

28. März 2020 - Marktspiegel

Aktionen verschoben

Müllsammlung und Insektenschutz später

LEHRTE (r/gg). Der Verein Stadtmarketing verschiebt die Müllsammelaktion „Lehrte putzt sich raus“, die für gestern und heute geplant war, auf unbestimmte Zeit.

„Wenn es die Voraussetzungen erlauben wird die Aktion im Herbst nachgeholt“, so die Mitteilung der Geschäftsführerin Sonja Truffel.

Gestoppt wurde zudem die Gemeinschaftsaktion „Lehrte blüht auf “ vom Arbeitskreis „Stadt & Natur erleben“ und vom Nabu zum Insektenschutz. Dafür liegen bereits 5.000 Tüten mit Blütensaat bereit, die eigentlich schon längst verteilt sein sollten.

„Helfen Sie mit, unsere Stadt zum Blühen zu bringen.“ Unter diesem Motto sollten die speziellen Saatmischungen im Garten oder Blumenkasten auf Terrasse oder Balkon gesät werden. Eine Tüte mit vier Gramm Samen reicht für zwei Quadratmeter Fläche und kann im Frühling oder Spätsommer ausgesät werden.

Der Nabu-Ortsverband und der Verein Stadtmarketing wollten mit dieser Aktion nicht nur etwas für Insekten tun, sondern auch auf ihre Arbeit hinweisen. Auch sollte dies für aktive Mitgliederwerbung und für Mitarbeit in den Arbeitsgruppen werben. Sonja Truffel kündigt an: „In der Innenstadt und bei Veranstaltungen werden der Arbeitskreis und der Nabu mit Ständen für diese Aktion werben und Samentüten verteilen, sobald es die Lage, nach der Virus- Verbreitung, wieder zulässt.“

 

10. März 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Blühende Oasen für die Schottergärten

Mona Gharib vom Naturschutzbund gibt Tipps für naturnahe Gestaltung

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Mona Gharib gehört seit Kurzem dem Nabu-Vorstand an – und dort setzt sie sich vor allem für naturnahe Gärten ein.
FOTO: ANTJE BISMARK

 

Von Antje Bismark

Burgdorf. Mit kleinen Schritten zum naturnahen Garten: Dafür plädiert Mona Gharib, deren Herz sichtbar für Blumen und Blüten schlägt. Und deshalb engagiert sich die promovierte Chemikerin nicht nur als Vizevorsitzende im Naturschutzbund, sondern legt den Fokus ihrer ehrenamtlichen Arbeit auch auf diesen Bereich. „Auch in Burgdorf gibt es viele Schottergärten, die insbesondere in Neubaugebieten entstehen“, erzählt Gharib aus eigener Beobachtung.

Gleichwohl will die Naturschützerin nicht mit Verboten drohen und auch keine negativen Beispiele öffentlich anprangern. Sie setzt auf Gespräche und Anregungen im Kleinen, die dann letztlich Größeres anschieben. Dazu hat der Nabu eine Broschüre erarbeitet, die zum einen im Internet abrufbar ist und zum anderen derzeit in einer Auflage von 5000 Exemplaren gedruckt wird. „Wir übernehmen 3000 Stück für unsere Arbeit, die anderen 2000 will die Verwaltung verteilen“, sagt Gharib, die jüngst den Ausschuss für Umweltschutz, Stadtentwicklung und Bau informierte. Erstmals erhalten die Burgdorfer Gartenbesitzer das bunte Heft, das Lust aufs Gärtnern machen soll, bei der Ausstellungseröffnung „Natürlich Burgdorf“ am Sonnabend, 21. März, im Stadtmuseum.

Kleine Beete entstehen

Dort informieren Gharib, die sich nach einer beruflichen Station beim Nabu Niedersachsen nun für die evangelische Kirche um naturnahe Gärten kümmert, und ihre Mitstreiter die Besucher über die Bedeutung von Blumen und Blüten auf dem eigenen Grund. „Sie ermöglichen die Beobachtung von Tieren und Natur, das fasziniert vor allem Kinder“, sagt Gharib und gibt einige Tipps, wie Gartenbesitzer noch vor der Saison an kleinen Stellen loslegen können. Wer beispielsweise eine gepflasterte Fläche habe, könne einige Steine herausnehmen und Blumen pflanzen.

Für eine 20 Quadratzentimeter große Fläche empfiehlt Gharib als Pflanzen Natternkopf, Lupine und Rittersporn, die sich zum Teil selbst aussäen und damit die Arbeit erleichtern. Wer eine Fläche von 40 bis 50 Quadratzentimetern neu gestalten möchte, der könne mit Bodendeckern, einer lila-blau blühenden, immergrünen Pflanze ein niedrig bewachsenes Beet schaffen. Polsterstauden wie das Blaukissen wachsen bis zu 30 Zentimeter hoch, sie eigneten sich als höhere Bepflanzung. Und wer ein Beet mit hohen Blumen wünscht, setzt auf Stockrosen und Rittersporn. „Das alles macht wenig Arbeit, aber viel Eindruck und dient letztlich Insekten als Nahrungsquelle“, sagt Gharib.

Tipp: Auf Torf verzichten

Sie verbindet das Engagement für naturnahe Gärten mit ihrer Passion, möglichst Torf im Beet zu verhindern. „Bis zu zehn Millionen Kubikmeter Torf kommen Jahr für Jahr zum Einsatz, davon entfallen 44 Prozent auf Hobbygärtner“, sagt sie. Dabei könnten gerade sie darauf verzichten – sogar bei Rhododendren, denen gemeinhin eine Vorliebe für saure Böden nachgesagt werde. Aber auch dabei setzt Gharib weniger auf Agitation als vielmehr auf das Gespräch am Gartenzaun. „Mir geht es darum, den Blick zu schärfen, indem ich sage, wie ich es mache, und zuhöre, wie andere gärtnern“, sagt sie und betont, weder der Torfverzicht noch das Ende der Schottergärten gelinge von heute auf morgen. „Alles braucht seine Zeit.“

Das Plädoyer für die Ruhe kommt nicht von ungefähr: Auf der Fensterbank in der Weststadt wachsen Nutzpflanzen wie Tomaten und Gurken in Anzuchtgefäßen, um später einmal der Gemüseernte zu dienen. Ganz gemächlich, aber eben kontinuierlich. Und so sieht Gharib wohl auch ihr Ehrenamt, zu dem sie die Aufklärung zählt. Ob sich Gartenbesitzer via E-Mail, bei den Nabu-Stammtischen oder bei der Ausstellung melden können, das vermag die Burgdorferin noch nicht zu sagen. „Aber wir werden auf jeden Fall unsere Hilfe anbieten und den Dialog suchen“, verspricht sie – damit Schottergärten zu naturnahen Gärten werden.

 

04. März 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Ehrennadel für Erhard Zander

77-Jähriger wird bei der Jahreshauptversammlung des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze für jahrzehntelanges Engagement gewürdigt

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Holger Buschmann, der Vorsitzende des Nabu Niedersachsen (rechts), verleiht Erhard Zander die Ehrennadel in Silber.
Foto: Nabu

 

BURGDORF/UETZE (fh). Hohe Auszeichnung für Erhard Zander: Bei der Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze hat der 77-Jährige die Nabu-Ehrennadel in Silber erhalten. Der Vorsitzende des Niedersächsischen Landesverbandes Holger Buschmann hat sie ihm zusammen mit einer entsprechenden Urkunde erreicht. Damit wird Zanders jahrzehntelanger Einsatz für den Umweltschutz gewürdigt.

In seiner Laudatio berichtete Buschmann von seinem vielfältigen Engagement: Vor 40 Jahren war Zander Gründungsmitglied des Nabu-Stadtverbandes Burgdorf, Lehrte, Uetze. Zeitgleich hat auch sein Einsatz für die Schleiereulen begonnen, deren Bestand in dem Kältewinter 1978/79 dramatisch zurückgegangen war.

Insgesamt 120 Nistkästen wurden seitdem mit seiner Hilfe aufgehängt, wie wir erst kürzlich im Marktspiegel berichtet haben.

Seit 1982 setzt er sich für den Schutz von Hornissen, Wespen und Hummeln ein, hat seitdem über 1300 Nester betreut und berät die Bevölkerung, damit diese Tiere akzeptiert und geduldet werden. Auch für Weißstörche setzt er sich maßgeblich ein, stellt regelmäßig Krötenschutzzäune auf, hat zahlreiche Amphibiengewässer angelegt und Hecken angepflanzt. Seit 1986 ist Zander außerdem Naturschutzbeauftragter der Gemeinde Uetze, er hält viele Vorträge zu unterschiedlichen Themen und bietet Exkursionen an.

 

22. Februar 2020 - Neue Woche Burgdorf

Vortrag: Summender Garten

Von wilden Ecken und lebendem Totholz

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Naturnahe Lebensräume für Insekten im eigenen Garten schaffen fördert die Artenvielfalt.
Foto: privat

 

Burgdorf(hu). Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze lädt am Donnerstag, 27. Februar, ab 19.30 Uhr zu einem Vortrag über das Anlegen von naturnahen Gärten für mehr Artenvielfalt ein.

Die natürlichen Lebensräume schrumpfen, das Insektensterben ist inzwischen drastisch - wer daran etwas ändern will, entscheidet sich am besten für einen naturnahen Garten. Wie das geht, berichtet Anna Cathrin Arndt, Dipl.-Ing. Landschafts- und Freiraumplanung. Solche Gärten überzeugen mit natürlicher Ästhetik und haben zugleich einen hohen ökologischen Wert.

Vermehrte Blütenvielfalt bietet Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen reichlich Nahrung, wilde Ecken und Totholz bieten ihnen und auch anderen Tieren wie Igeln und Vögeln Lebensräume. Solche Gärten sind nicht nur wunderbare Orte, die auch den Menschen zum Verweilen und zur Erholung einladen, sie sind auch oft viel pflegeleichter. Der Vortrag findet im Haus der Jugend in Burgdorf (Sorgenser Straße 30) statt. Der Eintritt ist frei.

 

20. Februar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Ein Leben für den Naturschutz

Erhard Zander engagiert sich seit mehr als 40 Jahren – nun hat ihn der Nabu ausgezeichnet

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Erhard Zander schaut sich bei Hänigsen einen Teich an, in dem Amphibien laichen. Er wurde auf seine Initiative hin angelegt.
FOTO: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Hänigsen. Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Erhard Zander aus Uetze- Hänigsen für den Naturschutz ein. Dieses Engagement weiß der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland zu würdigen. Er hat den 77 Jahre alten Hänigser mit der silbernen Nabu- Ehrennadel ausgezeichnet – eine Premiere für die Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Lehrte, Uetze.

Schon früh hatte sich Zander für die Natur interessiert. „Als Kind war ich viel im Wald“, sagt er. Einmal sei er nachts aufgestanden, um mit seinen Brüdern die Balz der Birkhühner im Bruch bei Wettmar zu beobachten. Heute gebe es dort leider keine Birkhühner mehr.

„Richtig sensibilisiert für den Naturschutz hat mich die Not der Schleiereulen im schneereichen Winter 1978/1979. Da sind bei uns in Norddeutschland fast alle Schleiereulen verhungert“, erzählt Zander. In Hänigsen habe nur ein Paar überlebt. 1979 hängte er in seinem Heimatort den ersten Schleiereulenkasten auf, um die Lebensbedingungen für die nachtaktiven Mäusejäger zu verbessern. Inzwischen hängen auf Dachböden und in Scheunen in der Gemeinde Uetze, der Stadt Burgdorf und der Stadt Lehrte 120 Kästen, in denen im Laufe der Jahre mehr als 5500 Jungeulen aufgewachsen sind.

„Seine“ Eule fliegt Weltrekord

In den Achtziger- und Neunzigerjahren hat Zander, der seit 1986 Naturschutzbeauftragter der Region Hannover für die Gemeinde Uetze ist, die Jungeulen beringt. „Eine meiner Eulen ist Weltrekord geflogen“, berichtet er. In Spanien – 1863 Kilometer von Hänigsen entfernt – habe man den von ihm beringten Greifvogel angetroffen. Bis dahin war nicht bekannt, dass sich eine Schleiereule so weit von ihrer Kinderstube entfernt.

„Seit 1982 setze ich mich für den Schutz von Hornissen, Wespen und Hummeln ein“, sagt der Hänigser. Weil sie Schadinsekten vernichten, will er verhindern, dass deren Nester zerstört werden. Er berät Hausbesitzer, wie sie mit Hornissen und Wespen leben können, ohne gestochen zu werden. Nur in Ausnahmefällen setzt er Nester um. Um in der Region Hannover einen Stamm von Hornissenschützern aufzubauen, richtete er für Imker, Feuerwehrleute und Naturschützer Seminare aus.

1990/1991 und von 2007 bis 2009 fertigte Zander eine Amphibienkartierung für das Gemeindegebiet an. An mehr als 100 Gewässern hörte er sich die Froschkonzerte an. Die Wasserflächen sucht er nach Amphibienlaich ab. „Dazu musste ich die Gewässer von März bis Juni aufsuchen, um alle Arten zu erfassen“, erzählt er. Auf die Kartierung greift Zander oft zurück, wenn er als Naturschutzbeauftragter Stellungnahmen zu Planungen abgeben muss.

„Ich habe dafür gesorgt, dass in der Gemeinde Uetze mehr als 40 Amphibienlaichgewässer angelegt wurden“, sagt der 77-Jährige. Um Frösche und Kröten davor zu bewahren, dass sie überfahren werden, stellt er am Freitag, 21. Februar, wie in den Vorjahren mit Mitgliedern des Nabu und des TSV Friesen Hänigsen Krötenschutzzäune am Schafstallweg und an der Spreewaldallee in Uetze auf.

Mit Dieter Kleinschmidt aus Burgdorf betreut Zander zudem die Storchennester in Uetze, Burgdorf und Lehrte. Mit Helfern haben sie neue Horste in Dedenhausen, Obershagen, Schillerslage und Kolshorn aufgestellt. Andere Nester haben sie erneuert.

Aufklärer in Sachen Natur

Zu den Aufgaben eines Naturschutzbeauftragten gehört außerdem die Öffentlichkeitsarbeit. Daher hält Zander Vorträge – etwa mit dem Titel „Hornissen sind friedlicher als ihr Ruf“ – und lädt zu Exkursionen ein. Besonders beliebt seien die Ausflüge „zu den Kinderstuben der Weißstörche und der Schleiereulen“. Zander: „Die sind für Familien mit Kindern geeignet. Da kommen immer 60 bis 80 Personen.“

 

19. Februar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Nisthilfen für Wildbienen

Nabu-Experte Hans-Jürgen Sessner gibt im JohnnyB. Tipps und Hilfestellung

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Bei einer Veranstaltung im JohnnyB. erhalten Interessierte Tipps zum Bau von Nisthilfen für Wildbienen.
Foto: Nabu

 

BURGDORF (r/fh). Wie man Nisthilfen für Wildbienen selbst bauen kann, erklärt Hans-Jürgen Sessner vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze bei einer Veranstaltung im JohnnyB., Sorgenser Straße 30. Sie beginnt am Samstag, 22. Februar, um 10 Uhr und richtet sich vor allem an Kinder mit ihren Eltern; aber auch andere Interessierte sind willkommen.

Nach einem Kurzvortrag können praktische Erfahrungen im Nisthilfenbau gemacht werden. „Viele Menschen sehen das Bienensterben mit Sorge und möchten gerne selber etwas dagegen tun“, sagt Sessner und ergänzt: „Honigbienen sind zurzeit nicht in Gefahr. Aber die Anzahl der Wildbienen und ihre Artenvielfalt hat in den letzten Jahrzehnten besorgniserregend abgenommen.“ Neben dem Einsatz von Pestiziden und dem Mangel an Nahrung fehlten auch geeignete Plätze zum Nestbau.

Weitere Infos gibt Sessner unter Telefon (05136) 83443 oder per E-Mail an sessner@nabu-burgdorf-lehrte-uetze.de.

 

10. Februar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Auf den Spuren der Fledermäuse

 

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Das Braune Langohr ist eine Fledermaus, die in der Region zu Hause ist.
FOTO: MARKO KÖNIG (ARCHIV)

 

Sehnde. Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und schlafen mit dem Kopf nach unten: Fledermäuse gibt es seit 50 Millionen Jahren – sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Wer mehr über sie erfahren möchte, sollte sich den Termin am Freitag, 14. Februar, vormerken: Auf Einladung des Sehnder Naturschutzbundes (Nabu) berichtet der Fledermausexperte Bernd Rose ab 18 Uhr im Gemeindesaal der Kreuzkirche über die nachtaktiven Flugtiere.

Nachts werden die Fledermäuse munter und begeben sich auf die Suche nach Insekten. Mittels Echoortung können sich die Flugakrobaten selbst in absoluter Dunkelheit orientieren. Die Wintermonate verschlafen die Flattertiere in Höhlen, Kellern oder Stollen.

Fachmann Rose ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Fledermausbetreuer der Region Hannover. Seit 1995 kümmert er sich um die Winterquartiere der Säugetiere, deren Zahl ständig wächst. Laut Rose gibt es inzwischen 53 bis 40 dieser Quartiere. Sie befinden sich in alten Bunkern, Kellern, Pumpenhäuschen und anderen frostfreien Unterständen. Dort leben insgesamt etwa 300 Tiere. Verbreitet sind hier sogenannte Braune Langohren und Große Mausohren, aber auch einige Wasser- oder Fransenfledermäuse sowie Zwergfledermäuse. Viele der unter Naturschutz stehenden Fledermausarten gelten als bedroht. Auch ihre Quartiere sind gefährdet, wenn etwa leer stehende Gebäude abgerissen werden.

In Sehnde gibt es auch einige Fledermausquartiere, über die Rose in seinem kostenfreien Vortrag berichten wird. Er referiert etwa 60 Minuten zudem genauer über die Lebensweise der nachtaktiven Tiere und gibt Tipps zu ihrem Schutz.

Der Nabu will am gleichen Abend auch für seine Blühpatenschaften werben, man könne sich in eine Interessentenliste zum Erwerb einer solchen Patenschaft eintragen, sagt Angelika Thomaier vom Sehnder Nabu. Blühflächen würden von vielen Insekten besucht – sie kämen damit auch den insektenjagenden Fledermäusen zugute, betont Thomaier.

 

23. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Moorfrösche sind bei Katensen bedroht

Weidenbüsche entziehen dem Naturschutzgebiet Düvels Kamp das Wasser / Weitere Arbeiten nötig

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Forstarbeiter Milosz Monerowski sägt im Naturschutzgebiet Düvels Kamp, einem Hochmoor, Weidenbüsche ab.
FOTO: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Katensen/Schwüblingsen/Dollbergen. Im Naturschutzgebiet Düvels Kamp zwischen den Ortschaften Katensen, Dollbergen und Schwüblingsen kreischen momentan Motorsägen. Eine Firma sägt in dem Hochmoor die aufgelaufenen Weidenbüsche ab, um dort die Lebensbedingungen für Moorfrösche zu verbessern. Fachleute sagen: Das Moor wird entkusselt. Trotz dieser Pflegearbeiten sieht Erhard Zander, Naturschutzbeauftragter für die Gemeinde Uetze, weiterhin das dortige Moorfroschvorkommen als gefährdet an. Es gilt als eines der größten in der Region Hannover.

„Das Hochmoor wird nur von Regenwasser gespeist“, sagt Zander. Früher habe sich im Frühjahr auf der Moorfläche eine etwa 20 bis 30 Zentimeter hohe Wasserschicht gebildet. Das seien für Moorfrösche ideale Bedingungen zum Laichen gewesen.

500 Männchen gezählt

2008 hat Zander das Hochmoor für eine Amphibienkartierung „verhört“. Anhand der Balzrufe der männlichen Tiere, die sich während der Paarungszeit für wenige Tage blau färben, zählte er dort 500 Moorfroschmännchen. Außerdem entdeckte er damals mehr als 1000 Laichballen im Wasser.

Doch schon 2010 und 2013 beobachtete er, dass dort die Moorfrösche nicht mehr viele Laichmöglichkeiten vorfanden, weil der Wasserstand gefallen war. Weidengebüsch war entstanden. Es entzog dem Hochmoor Wasser. Das Forstamt Fuhrberg sägte daher 2014 nach einem Treffen mit Zander und den Naturschutzbehörden die Büsche ab. Außerdem entfernte es auf einem 20 Meter breiten Streifen am Rand des Moors die dort wachsenden Kiefern und Weiden. Für die Aktion hatte Zander Geld aus dem Biodiversitätsprogramm der Region Hannover beantragt.

Mulden per Spaten ausgehoben

Vor vier Jahren hoben Zander und Mitglieder des Naturschutzbundes und des TSV Friesen Hänigsen im Düvels Kamp in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover mit Spaten sechs bis zu zwei Quadratmeter große Mulden aus. In diesen rund 30 Zentimeter tiefen Gruben sammelt sich Wasser, in dem die Frösche ihren Laich ablegen können.

Ende 2018 traf sich Zander mit Vertretern des Forstamts Fuhrberg und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, um die jetzige Entkusselung abzusprechen. Laut Zander war man sich einig, dass darüber hinaus weitere Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet Düvels Kamp erforderlich sind: „Es muss ein Plan für den Erhalt des Hochmoors aufgestellt werden.“

Eine Überlegung sei, in Zukunft nicht nur die Weidenbüsche zu kappen, sondern auch die Wurzeln zu entfernen, damit diese nicht wieder austreiben können, sagt Zander. Bei den Pflegearbeiten müsse man behutsam vorgehen, damit keine wertvollen Moose und Seggen zerstört werden. „Der zuständige Landesbetrieb wird einen Biologen hineinschicken, um den Bereich zu kartieren“, berichtet der Naturschutzbeauftragte. Dann könne man entscheiden, wo man Tümpel anlegen kann. Außerdem müsse noch die Finanzierung geklärt werden.

 

22. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Elf Nester, 30 Jungstörche

Nach 80 Jahren brütete erstmals wieder ein Paar in Dollbergen

ALTKREIS (fh). Nicht nur die Schleiereulen, sondern auch die Weißstörche haben von der Mäuseschwemme im vergangenen Jahr profitiert. „Was die Nahrung angeht, sind sie Opportunisten. Sie fressen das, was sie bekommen können“, erklären die Nabu-Experten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt. In Frage kämen beispielsweise Frösche, Eidechsen, Regenwürmer, aber eben auch Mäuse und sogar Maulwürfe. Außerdem würden sie gelegentlich auch andere Vogelnester ausräubern und im Zweifelsfall auch Aas nicht verschmähen.

2019 haben in Burgdorf, Lehrte und Uetze elf Brutpaare insgesamt 30 Jungstörche großgezogen. Am erfolgreichsten war das Paar in Arpke mit vier Jungen, aber auch in Schillerslage, Uetze, Sievershausen und Immensen waren es jeweils drei, in Dollbergen, Dedenhausen, Dachtmissen und Steinwedel jeweils zwei und in Hänigsen eines. „Das ist eine hervorragende Bilanz“, resümiert Zander. Denn der Durchschnitt liege bei 1,8 Jungen pro Brut.

Ganz besonders haben sich Zander und Kleinschmidt gefreut, dass das Nest in Dollbergen nach 16 Jahren wieder besetzt war. Zum ersten Mal wurde außerdem in dem Nest in Schillerslage gebrütet, das vor fünf Jahren geschaffen wurde. Beim einzigen Nest in der Burgdorfer Kernstadt auf einem alten Schornstein an der Friederikenstraße habe es hingegen nur Horstbesuche gegeben.

Dabei profitieren die Weißstörche auch von dem Einsatz von Zander und Kleinschmidt. Sie haben in den vergangenen Jahren nicht nur alle Nester aufgearbeitet und auch neue aufgestellt, sondern bemühen sich auch darum, das Nahrungsangebot zu verbessern, oder zumindest wieder zu stabilisieren. „Seit 1994 haben wir in Burgdorf, Lehrte und Uetze insgesamt 60 Teiche und Tümpel in der Umgebung der Horste angelegt“, blickt Kleinschmidt zurück.

 

22. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Eulen im Höhenflug

Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt vom Nabu freuen sich über erfolgreiches Brutjahr 2019

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Dieter Kleinschmidt (von links) und Erhard Zander blicken auf ein gutes Jahr für die Schleiereulen zurück.
Foto: Franka Haak

 

Burgdorf/uetze (fh). Nur vereinzelt sind die Temperaturen in den vergangenen Wochen unter den Gefrierpunkt gesunken und Schnee ist bislang nicht in Sicht: Den Schleiereulen kommt der milde Winter zugute. Denn auch wenn ihr weißes Gefieder etwas anderes vermuten lässt, kommen sie mit Kälte und vor allem mit einer geschlossenen Schneedecke nicht gut zurecht. „Sie finden dann keine Mäuse mehr“, erläutert Erhard Zander vom Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze. Besonders hart habe sie das im Winter 1978/79 getroffen mit bis zu 20 Grad Minus und bis zu einem halben Meter Schnee.

Das sei für ihn auch der Auslöser gewesen, sich für die Nachtgreifvögel mit ihrer charakteristischen Gesichtszeichnung einzusetzen. „Wir haben damals nach Schleiereulen gesucht, die überlebt haben. Nur in einem Stall in Hänigsen sind wir noch fündig geworden“, erinnert er sich der heute 77-Jährige.

Und so bekam das Jahr 1979 eine ganz besondere Bedeutung für den Naturschutz in Burgdorf und Umgebung: Damals wurde die Nabu-Ortsgruppe ins Leben gerufen. Und noch im selben Jahr hängte Zander, der zu den Gründungsmitgliedern gehörte, zusammen mit weiteren Mitstreitern die ersten Nistkästen auf.

 

Hochbetrieb in den Nistkästen
Neuer Rekord: 2019 haben die schleiereulen in Burgdorf, Lehrte und uetze 406 Jungvögel aufgezogen

 

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Im Nistkasten am Kuhlenberg in Hänigsen sind gleichzeitig neun junge Schleiereulen aufgewachsen.
Foto: Nabu

 

Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte: In Burgdorf, Lehrte und Uetze sind in den zurückliegenden 40 Jahren mehr als 5700 Schleiereulen in den Kästen aufgewachsen und 2019 gab es sogar einen neuen Rekord: Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt zählten 406 Jungvögel – so viele wie noch nie. Ähnlich gut lief es zuletzt 2007, als 376 Eulen schlüpften – am anderen Ende der Skala rangiert in Zanders Aufzeichnungen das Jahr 2010 mit nur 26 Jungvögeln.

Der Bruterfolg hänge vor allem vom Nahrungsangebot ab. „2019 gab es eine sogenannte Mausschwemme“, erläutert Kleinschmidt, der sich ebenfalls schon lange beim Nabu engagiert. Etwa alle drei bis vier Jahre würden sich die kleinen Nager massenhaft vermehren. Davon profitiere dann auch die Schleiereule, die sich fast ausschließlich von Mäusen ernährt, so der 75-Jährige.

An dem Rekordergebnis im vergangenen Jahr waren 46 Brutpaare beteiligt, die größtenteils zweimal, eines sogar dreimal gebrütet haben. Besonders viel Betrieb herrschte im Nistkasten am Kuhlenberg in Hänigsen, wo gleichzeitig neun junge Schleiereulen aufgewachsen sind.

Insgesamt 125 Nistkästen haben Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt mittlerweile in Burgdorf, Lehrte und Uetze aufgehängt – und die machen eine ganze Menge Arbeit. Zwei bis drei Mal im Jahr kontrollieren die beiden Naturschützer jeden Kasten. Alle sechs bis sieben Jahre steht außerdem ein Großputz an, bei dem sie das Gewölle entfernen, und wenn nötig, ersetzen sie beschädigte oder heruntergekommene Kästen.

Doch ihr Einsatz lohne sich, sind beide überzeugt. Denn die hiesigen Schleiereulen hätten die Vorzüge der Nistkästen längst erkannt und würden ausschließlich diese besonders geschützten Brutplätze nutzen. „Sie sind beliebt, weil dort keine Marder reinkommen“, begründet Kleinschmidt. Außerdem komme man sowieso nicht so leicht wieder los von den Schleiereulen: „Wenn man einmal so ein Jungtier mit seinen weichen Federn in der Hand hatte, bleibt man dabei.“

Was die beiden Eulenliebhaber dabei ganz besonders freut: Die Zusammenarbeit mit den Landwirten laufe hervorragend. „Wir dürfen die Nistkästen in Ställen und Scheunen anbringen und dafür auch Einfluglöcher in die Wände schlagen“, so Zander. Und die Bauern würden sich auch mit für die Nester verantwortlich fühlen. „Wenn es an einem Brutplatz ein Problem gibt, rufen sie uns an und einige kontrollieren sogar selbst die Nistkästen und melden uns dann die Zahl der Jungvögel“, lobt Kleinschmidt.

Der einzige Wermutstropfen: In den Scheunen selbst sei der Tisch für die Schleiereulen nicht mehr so reich gedeckt. „Aufgrund immer strengerer Hygienevorschriften dürfen die Landwirte dort kein Korn mehr lagern, sondern müssen es direkt zu den Genossenschaften bringen“, erläutert Zander. Deshalb gebe es dort auch kaum noch Nagetiere. Im besonders kalten und schneereichen Winter 2010 haben sie deshalb sogar 300 weiße Mäuse zugefüttert – das wird ihnen diesmal wohl erspart bleiben.

 

Exkursion im Sommer

Einmal im Jahr bieten Erhard Zander und Dieter Kleinschmidt eine Exkursion zu Schleiereulen und Weißstörchen an. Der Termin für 2020 steht bereits fest. Am Sonntag, 14. Juni, treffen sich die Teilnehmer um 15 Uhr an der Kirche in Hänigsen. Dabei besteht auch Gelegenheit, einen Blick in die Kinderstube von Eulen und Störchen zu werfen.

 

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Erhard Zander zeigt den Teilnehmern der Exkursion im Sommer eine junge Schleiereule.
Foto: Nabu

 

04. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Wer findet einen Eichelhäher?

Der Nabu veranstaltet vom 10. bis 12. Januar die „Stunde der Wintervögel“ / Schulklassen können sich bereits an den Tagen davor beteiligen

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Bei der „Stunde der Wintervögel“ können Interessierte im Garten, Park oder auf dem Balkon beobachten und zählen.
Foto: Nabu

 

REGION (r/fh). Wer flattert denn da durch den winterlichen Garten? Der Niedersächsische Naturschutzbund (Nabu) und seine Jugendorganisation Naju rufen wieder zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Sie findet vom 10. bis zum 12. Januar 2020 statt. Bundesweit können Interessierte dann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und dem Nabu das Ergebnis melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel. de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Zudem können sie am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer (0800) 1157115 durchgegeben werden.

Im Januar 2019 beteiligten sich in Niedersachsen über 15.400 Menschen an dieser Aktion. Insgesamt gingen Meldungen aus über 10.100 Gärten ein. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Niedersachsens Gärten, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei. Deutschlandweit beteiligten sich über 138.000 Menschen an der Aktion, der Haussperling war auch dort häufigster Wintervogel, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling.

In diesem Jahr könnte die Zählung unter anderem Aufschluss darüber geben, wie sich der zweite Dürre-Sommer in Folge auf die heimische Vogelwelt auswirkt. Außerdem erhoffen sich die Naturschützer auch Erkenntnisse über den Eichelhäher. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Philip Foth vom Nabu Niedersachsen. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978.“

Als Grund vermuten die Vogelexperten, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. „Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist“, erklärt Foth und ergänzt: „Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt.“ Die „Stunde der Wintervögel“ könne nun zeigen, wo sie geblieben sind. Es sei wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.

Kinder und Jugendliche haben auch die Möglichkeit, sich in der Zeit vom 6. bis 10. Januar an der „Schulstunde der Wintervögel“ zu beteiligen. Dafür bietet die Naju auf ww.NAJU. de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Auswertung ein.

Der Nabu Niedersachsen bietet zur Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ ein Paket mit weiteren Informationen samt Zählhilfe und Gartenvogelporträts sowie Tipps zur Winterfütterung gegen einen Fünf-Euro- Schein an: NABU Niedersachsen, Stichwort ‚Stunde der Wintervögel‘, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

 

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Bei der „Stunde der Wintervögel“ erhofft sich der Nabu diesmal insbesondere Erkenntnisse über den Eichelhäher.
Foto: Nabu

 

Körner, Samen und Rosinen - Der Nabu gibt Tipps für die Vogelfütterung

REGION (r/fh). Im Winter wollen viele Menschen etwas für die Vögel tun. Untersuchungen zeigen: Die Vogelfütterung in Städten und Dörfern kommt etwa zehn bis 15 Vogelarten zugute. Dazu gehören Meisen, Finken, Rotkehlchen und diverse Drosseln.

Die Winterfütterung ist aber noch aus einem weiteren Grund sinnvoll: „An Futterstellen lassen sich die Vögel aus nächster Nähe beobachten, auch in der Stadt“, betont Philip Foth, Pressesprecher des Nabu Niedersachsen. So ist sei Füttern nicht nur ein Naturerlebnis, sondern vermittele zudem Artenkenntnis. Das gelte besonders für Kinder und Jugendliche.

Vögel haben unterschiedliche Geschmäcker

Jede Vogelart benötigt spezielle Futterangebote: „Als Basisfutter, das im Zweifel von fast allen Arten gefressen wird, eignen sich Sonnenblumenkerne“, sagt Foth und ergänzt: „Bei ungeschälten Kernen fällt zwar mehr Abfall an, dafür verweilen die Vögel aber länger an der Futterstelle.“ Freiland-Futtermischungen enthielten zusätzlich andere Samen unterschiedlicher Größe, die von verschiedenen Arten bevorzugt würden.

Die häufigsten Körnerfresser an Futterstellen sind Meisen, Finken und Sperlinge. In Niedersachsen überwintern daneben auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln oder Zaunkönige. „Für sie kann man Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe anbieten. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses Futter nicht verdirbt“, so Foth.

Vor allem Meisen lieben auch Gemische aus Fett und Samen, die man selbst herstellen oder als Meisenknödel kaufen kann. „Achten Sie darauf, dass sie nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind“, sagt Foth. „Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.“

NABU empfiehlt Futtersilos

Als Futter grundsätzlich ungeeignet sind gewürzte und gesalzenen Speisen. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt. Der Nabu empfiehlt für die Fütterung ein sogenanntes Futtersilo, weil darin das Futter vor Nässe geschützt ist. Außerdem wird dort die Verunreinigung durch Vogelkot verhindert. Wer dennoch ein offenes Futterhäuschen nutzt, sollte es unbedingt täglich reinigen.

 

04. Januar 2020 - Marktspiegel Burgdorf

Die Natur vor der Haustür

Der 40. Neujahrsspaziergang des Nabu führte zu Schwalbennestern im Stadtkern und in der Weststadt

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Ernst Schmidt vom Nabu zeigt beim Neujahrsspaziergang Schwalbennester, unter anderem an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule.
Foto: Franka Haak

 

BURGDORF (fh). Es war ein Neujahrsmorgen wie aus dem Bilderbuch: Die Temperatur lag knapp unter dem Gefrierpunkt, die Sonne stand tief am blauen Himmel und die nächtlichen Nebel hatten sich gelichtet. Gegen 11 Uhr trafen sich rund 70 Naturfreunde – dick eingepackt – auf dem Schützenplatz, um sich dem Neujahrsspaziergang des Nabu Burgdorf, Lehrte, Uetze anzuschließen. „Es werden jedes Jahr mehr Teilnehmer. Ich bin überwältigt“, sagte Ernst Schmidt.

Er selbst leitete die Tour jetzt zum fünften Mal – ihre Premiere hatte die Veranstaltung aber bereits am 1. Januar 1981, sodass es jetzt der 40. Nabu-Neujahrsspaziergang war. Er hat seit vielen Jahren seine treuen Fans, zieht aber auch immer wieder neue Teilnehmer an. So war beispielsweise Carmen Bleicher von den Stadtwerken Burgdorf mit ihrem Mann zum ersten Mal dabei. „Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Es ist wirklich interessant und das Wetter ist natürlich auch traumhaft“, freute sie sich. Sie hätten sich das schon seit Jahren vorgenommen: „2020 haben wir den guten Vorsatz nun endlich umgesetzt.“

Auch der Regionsabgeordnete Oliver Brandt und seine Frau hatten den Neujahrsspaziergang schon seit längerem im Auge und rafften sich diesmal auf. Die Uhrzeit habe ihn nicht abgeschreckt, betont Brandt. „Ich bin Nestflüchter. Es war für mich eher eine Herausforderung, überhaupt bis 8 Uhr liegen zu bleiben“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

 

03. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Mehlschwalben haben es in der Stadt nicht leicht

Neujahrsspaziergang des Naturschutzbundes führt zu den wenigen verbliebenen Nistkolonien / Diese Tipps helfen den Vögeln

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Das sind die künstlichen Schwalbennester des Nabu hinter Dachrinnen.
FOTOS: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER/NABU

 

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Burgdorf. Für Mehlschwalben verschlechtern sich die Lebensbedingungen zusehends. In Burgdorf gibt es nur noch wenige Nistplätze. Zu diesen führte Ernst Schmidt, Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze, die rund 70 Teilnehmer des traditionellen Neujahrsspaziergangs.

Im alten Burgdorfer Stadtkern nisten die selten gewordenen Vögel, die sich von Mücken und anderen Insekten ernähren, nur noch am Bauhof an der Friederikenstraße, an der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule, an der Grundschule I an der Gartenstraße und am Rathaus IV. „Diese Gebäude haben bis auf das Rathaus IV bisher noch keinen neuen Anstrich erhalten“, sagt Schmidt.Denn häufig werden bei Fassadensanierungen die Mehlschwalbennester entfernt, die die Vögel an den Außenwänden unter Dachvorsprüngen gebaut haben, weiß Schmidt aus Erfahrung. „Das Abschlagen der Nester ist verboten“, betont er. Auch im Winter, wenn die Nester unbewohnt sind, sei das tabu. „Die Schwalben und ihre Nester stehen das ganze Jahr unter Schutz.“

Darüber hinaus sei es untersagt, von Mitte April bis September den Anflug auf die Nester – etwa mit Gerüsten – zu versperren. Auch das sei eine Ordnungswidrigkeit. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, fügt Schmidt hinzu.

Nabu schafft künstliche Nester

Wenn es sich bei Fassadenrenovierungen nicht vermeiden lässt, Schwalbenquartiere zu beseitigen, müssten anschließend künstliche Nester angebracht werden. Bei einem Mehrfamilienhaus am Meisenweg hat diese Aufgabe nach dessen Sanierung der Nabu übernommen – in Absprache mit dem Hausverwalter. Bevor das Gerüst wieder abgebaut wurde, haben die Ehrenamtlichen sieben Doppelnester aufgehängt.

Damit sich die Hausbewohner nicht an den Nestern stören, habe der Nabu diese nicht über Balkonen und Fenstern platziert, sondern direkt unter der Traufe hinter den Dachrinnenabläufen, erläutert Schmidt. Darunter habe man Kotbretter aus Zinkblech als Schutz vor Verschmutzungen befestigt.

Bislang hatte eine größere Mehlschwalbenkolonie unter den Dachvorsprüngen des Gebäudes am Meisenweg genistet. „Wir gehen davon aus, dass die Schwalben im Frühjahr wiederkommen und dann das Kunstnestangebot annehmen“, sagt Schmidt. Gegebenenfalls würden die Mehlschwalbenpärchen neue Nester hinzubauen. Damit diese nicht abfallen, dürfen die oberen 30 Zentimeter unter dem Dachvorsprung nur mit normaler Binderfarbe gestrichen werden. „Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben.“

Drei Gründe für den Rückgang

Für den Rückgang des Mehlschwalbenbestands sind laut Schmidt hauptsächlich drei Gründe verantwortlich. Hauptgrund sei der Insektenmangel. Um eine Brut aufzuziehen, füttere ein Pärchen diese mit etwa einem Kilogramm Insekten, bis die Jungvögel flügge sind. Ein Weibchen legt in der Regel vier bis fünf Eier. Grund zwei: Bei Gebäudesanierungen gehen Nistmöglichkeiten verloren. Nicht zuletzt macht den Mehlschwalben auch der Mangel an Baumaterial zu schaffen. Denn die Flugkünstler suchen oft vergeblich nach lehmhaltiger Erde in Pfützen, weil innerorts inzwischen fast alle Wege gepflastert und asphaltiert sind.

 

03. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Das Motto lautet „Natürlich Burgdorf!“

Stadtmarketingverein hat ein breit gefächertes Programm für das Themenjahr zusammengestellt

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Der Vorstand und die Projektgruppe des Vereins Stadtmarketing Burgdorf präsentieren am Silvestertag an der Osttangente eine der Ortsbegrüßungstafeln, die auf das Themenjahr hinweisen.
FOTO: FRIEDRICH-WILHELM SCHILLER

 

Von Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Alle zwei Jahre ruft der Stadtmarketingverein Burgdorf (SMB) ein Themenjahr aus. 2020 steht unter dem Motto „Natürlich Burgdorf!“. In den Fokus gerückt werden soll die grüne Lunge der Kernstadt: der Stadtpark mit seinen weitläufigen Grünflächen entlang der Aue. Im Veranstaltungsreigen finden sich neben Vorträgen und Aktionen zum Thema Natur auch seit Jahren Bewährtes wie die Konzertreihe „Die vier Jahreszeiten“, der Gesundheitstag und eine Lichterschau.

Denn laut SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich geht es nicht zuletzt darum, den Fokus auf besondere Alleinstellungsmerkmale der Stadt zu richten, die in der öffentlichen Wahrnehmung „natürlich“ – im Sinne von selbstverständlich – mit Burgdorf verbunden werden. Im Programm, das örtliche Unternehmen, Vereine und Organisationen, die Stadt, der Verkehrs- und Verschönerungs- Verein sowie der SMB gestalten, sollen laut Bleich aber auch Naturthemen nicht zu kurz kommen.

Blumenmischung für die Stadt

So sollen bei vielen Themenjahrveranstaltungen kleine Tüten mit Samenmischungen, die speziell für den Burgdorfer Boden geeignet sind, verteilt werden. Insgesamt 5000 Tüten hat der SMB bestellt. Die ersten werden beim Neujahrskonzert am Sonnabend, 4. Januar, im StadtHaus unter die Leute gebracht. Weitere gibt es bei Aktionen mit Imkern und Landwirten ebenso wie beim Auftakt der Reihe „Natürlich Kultur!“ auf der Streuobstwiese an der Eseringer Straße. Das soll sowohl ein konkreter als auch ein symbolischer Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt sein.

Mit im Boot ist diesmal auch der örtliche Naturschutzbund (Nabu). Mit seinen zahlreichen Aktionen deckt er den Aspekt des Schutzes von Flora und Fauna ab. „Von der Saat bis zur Ernte“ lautet der Titel einer Führung, zu der die Otzer Ende Juli einladen. Das Burgdorfer Kino Neue Schauburg beteiligt sich mit drei Dokumentarfilmen über Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit. Im Zentrum des Themenjahres – sozusagen als Bindeglied für alle Veranstaltungen – steht eine zweimonatige Ausstellung unter dem Jahresmotto im Stadtmuseum.

Kulturangebote in der Natur

Darüber hinaus wollen die Macher Burgdorfs Natur als Veranstaltungsort in den Blickpunkt rücken. Am 26. April wird beispielsweise die Bigband des Gymnasiums Burgdorf auf der Streuobstwiese an der Eseringer Straße aufspielen. Die Musikschule Ostkreis Hannover lädt für den 15. Mai zu einem Konzert auf dem Magdalenenfriedhof ein. Ein Open-Air- Kino wird am 4. Juli auf dem Rodelberg im Stadtpark angeboten. Schauspieler Andreas Jäger hat sich für seine Dracula-Lesung am 11. Oktober einen sehr ungewöhnlichen Ort ausgesucht – den Fledermaustunnel an der Friederikenstraße. In ein besonderes Licht gerückt wird im wahrsten Sinne des Wortes der Schwanenteich im Stadtpark. Dort steigt am Sonnabend, 11. Juli, der Burgdorfer Lichtzauber. Am Donnerstag, 23. Januar, beginnt die Vortragsreihe „Natürlich gesund!“ im Stadtmuseum. Sabine Meyer erklärt ab 19 Uhr, wie jeder seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann. Einmal im Monat werden Referenten über Gesundheitsthemen sprechen. Für den 25. Oktober wird der inzwischen siebte Gesundheitstag vorbereitet.

 

Info
Eine detaillierte Programmübersicht mit Eintrittspreisen und Anmeldemöglichkeiten gibt es online auf www.stadtmarketing-burgdorf.de .

 

03. Januar 2020 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Nabu begleitet das Themenjahr mit vielen Aktionen

 

Beim Themenjahr „Natürlich Burgdorf!“ darf die größte Burgdorfer Naturschutzorganisation, der 2700 Mitglieder zählende Naturschutzbund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze, nicht fehlen. Nach Ansicht des Vorstandsmitglieds Ernst Schmidt passen einige der Nabu-Veranstaltungen zu dem Jahresmotto. So finden sich im Programm des Themenjahres Führungen durch den Stadtpark, wobei Bäume und Vögel im Mittelpunkt stehen werden. Zusätzlich bietet der Nabu in diesem Jahr am 5. Juli eine Führung durch die Stadt zum Thema Natur an. „Natürlich sind wir auch bei der Ausstellung im Museum ab dem 21. März dabei. Da decken wir einen Großteil der Naturthemen ab, die Burgdorf betreffen“, sagt Schmidt. Unter seiner Anleitung hat eine Klasse der Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule zehn Nistkästen gebaut, die während der Ausstellung im Museum hängen werden. „Sie werden zurzeit im Kunstunterricht bemalt“, berichtet Schmidt. Am letzten Ausstellungstag, 24. Mai, sollen sie versteigert werden. Für den Auftakt der Reihe „Natürlich Kultur!“stellt der Nabu seine Streuobstwiese an der Eseringer Straße zur Verfügung. Zum dortigen Konzert der Bigband des Gymnasiums am 26. April baut der Nabu einen Info- Stand zum Naturschutz auf. „Das machen wir auch beim Lichterfest“, sagt Schmidt.     fs

 

 

 

 

Der Pressespiegel erscheint mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Zeitungen