Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Wir über uns Rundbrief

 

Rundbrief 2021


Liebe Mitglieder und Freunde des NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze

Das zurückliegende Jahr stand im Zeichen des Volksbegehren, zu dem der NABU Niedersachsen zusammen mit über 200 Bündnispartnern aufrief. Die Wahlberechtigten in Niedersachsen konnten durch ihre Unterschrift eine Gesetzesvorlage für ein besseres Naturschutzgesetz unterstützen.

Ab Ende Mai lief diese Aktion und auch aus unserer Ortsgruppe waren viele NABU-Mitglieder unterwegs und sammelten intensiv und erfolgreich Unterschriften. Sehr gute Unterstützung bekamen wir von den Mitgliedern des Ortsverband "Bündnis 90/Die Grünen". Das hat in Burgdorf sehr gut geklappt.

Parallel gab es Verhandlungen zum sogenannten "Niedersächsischen Weg" zwischen Holger Buschmann, unserem Landesvorsitzenden des NABU, dem BUND, dem Landvolk, Umweltministerium und Landwirtschaftsministerium, um eine Einigung in einer Gesetzesvorlage zu erzielen, die von möglichst vielen Bevölkerungsgruppem akzeptiert wird. Dieser Prozess wurde vom Volksbegehren begleitet, um die Verhandlungen im positiven Sinne für den Naturschutz zu unterstützen. Nach einem halben Jahr waren 26,6%, nämlich 162.530 der erforderlichen Unterschriften, trotz erschwerter Sammelbedingungen durch Covid-19 erreicht.

Zur Hauptphase der Sammlung brauchte es nicht zu kommen, da im November eine von allen Verhandlungspartnern akzeptierte Vorlage vom Landtag verabschiedet wurde. Ein auf diese Weise entstandenes neues Naturschutzgesetz ist ein historisches Ereignis. Allen, die sich sowohl durch Unterschriftenabgabe, als auch mit Sammlungen und Verhandlungen eingesetzt haben, sei herzlichst gedankt.

Ein wirklicher Kraftakt! Nun geht es darum, das bestehende neue Naturschutzgesetz zu begleiten und die Umsetzung für mehr Artenvielfalt zu unterstützen: die Schaffung wertvoller Biotope in der Landschaft, mehr artenreiche Lebensräume auf Wiesen und Weiden, mehr Naturnähe und Wildnis im Wald. Weniger Pestizide und eine Verstärkung des Ökolandbaus von 10% bis 2025, dann 15% bis 2030, sind ein Ziel. Wir als Verbraucher sind dazu aufgerufen, dieses Ziel durch eine erhöhte Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten zu unterstützen. Davon hängt die Verbreitung des Anbaus ökologisch erzeugter Produkte ab. Die Aktionen des NABUs werden durch die neuen Naturschutzgestze gestützt. Denn wir schaffen und erhalten z.B. wertvolle Biotope durch unsere Streuobstwiesen, amphibienreiche Gewässer, Quartiere für Fledermäuse, Blühwiesen und Feldgehölze für Vögel und Insekten.

 

Der Wolf ist im Jahr 2000 zunächst in der Lausitz und dann weiter entlang der Elbe bis nach Niedersachsen in Deutschland wieder eingewandert. Im Grunde genommen können wir glücklich sein, dass dieses anmutige Tier wieder heimisch wird, nachdem es schon fast ausgerottet war. Inzwischen gibt es in Niedersachsen 32 Wolfsrudel. Wir stehen damit an dritter Stelle aller Bundesländer. Ein Wolfsrudel hat ein riesiges Revier von bis zu 300 qkm. Eins davon hielt sich bei uns im Sommer im Burgdorfer Land auf und zog dort ihre Jungen auf. Dadurch beunruhigte es Teile der Bevölkerung, insbesondere auch Schafs-, Pferde- und Ponyhalter. Tatsächlich stellt der Wolf Weidetierhalter vor neue Herausforderungen, die teils beachtlich sind.

Die Wölfe in Deutschland ernähren sich überwiegend von den drei Schalenwildarten Rehwild, Rotwild und Schwarzwild, wobei Rehwild über 50% der Nahrung ausmacht. Ansonsten ist der Wolf sehr scheu und greift den Menschen nicht an. Leider gehört der Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, insbesondere der Schafe, Ponys und Kälber, in einigen Regionen auch zum Beutespektrum der Wölfe, so dass Schutzmaßnahmen unumgänglich sind. Als Abwehrmaßnahmen haben sich wolfsabweisende Schutzzäune bewährt, und spezielle Herdenhunde werden eingesetzt, um die Nutztiere zu schützen.

Die Probleme, die sich mit der Rückkehr des Wolfes ergeben müssen gelöst werden. Weidetierhaltung und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Es muss hier und jetzt alles Notwendige getan werden, um das Zusammenleben zwischen Wolf, Weidetier und Mensch so gut wie möglich in Zukunft zu gestalten.

 

Die Pandemie Covid-19 hat auch auf unsere Arbeit große Auswirkungen gehabt. Viele Veranstaltungen (Vorträge, Führungen und Arbeitseinsätze) konnten nicht stattfinden. Einige der Veranstaltungen möchten wir im Jahr 2021 nachholen. Trotzdem waren wir weiterhin aktiv in der Kontrolle der Wildtierbestände und beim Schutz der Arten und der Pflege der Biotope. Der trockene Frühsommer machte sich auch in der Storchenpopulation innerhalb der Region Hannover bemerkbar. Dort, wo Störche früh aus dem Winterquartier zurück waren und ihre Jungen aufzogen, hatten sie in der Trockenheit zu wenig Nahrungsfunde; teilweise verhungerten die Jungen. Andernorts, mit späteren Aufzuchten, gab es keine Probleme. Insgesamt zogen 2020 66 Paare 148 Junge auf. Im Jahre 2019 hingegen zogen 63 Paare sogar 157 Junge auf. Trotzdem ein beachtliches Ergebnis in der Region für 2020. Bemerkenswert war ein Hinweis über einen der Steinwedeler Störche. Da er schon immer früh, nämlich Ende Februar, aus dem Winterquartier zurückkam nahm man an, dass er keinen langen Zugweg hatte. Und so kam dieses Jahr eine Nachricht aus dem Hessischen Ried. Der Storch überwinterte dort jeweils von 2018 bis 2020. Durch seinen Ring ließ sich der Aufenthaltsort gut nachweisen.

 

Gut gelungen ist auch die 360 m lange Anlage einer Hecke am Rande von Immensen, entlang eines Feldes. Diese Hecke, eine Benjes-Hecke mit Bepflanzung, ist von ökologischer Bedeutung und bietet gleich vom ersten Jahr Vögeln und Insekten Schutz. Eine kleine Gruppe von NABU-Mitgliedern, hauptsächlich aus dem Dorf Immensen, waren an der frischen Luft, die vorgeschriebenen Abstände einhaltend, stetig motiviert bei der Arbeit. Auf den kommenden Erfolg sind alle gespannt. Dieses Projekt wird von der Region Hannover finanziell gefördert.

 

Die Mitgliederversammlung wird dieses Jahr durch die zur Zeit pandemiebedingten Auflagen erst am 14. Oktober 2021 stattfinden. Wir wollen ein Treffen möglichst ohne Einschränkungen. Auch verzichten wir in diesem Jahr aus diesem Grund auf den NABU-Abend.

 

Wir wünschen Ihnen ein gesundes und zufriedenes Jahr 2021.

Michael Scheer-Behrens
1. Vorsitzender

 


 


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Diese Version enthält eine Zusammenstellung einiger Aktivitäten des Jahres 2020.