Nabu Burgdorf-Lehrte-Uetze Projekte & Themen Schwalben und Mauersegler

 

Schwalben und Mauersegler

 

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Links: Mauersegler - Rechts: Rauchschwalbe
Fotos: NABU/D.Erlenbach (links), NABU/I.Ludwichowsky (rechts)

 

Schwalbenturm am Iseweg

 

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Der Schwalbenturm wird aufgestellt
Fotos: NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze

 

Im Frühjahr 2020 startete Dagmar Hartmann vom NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze eine Mehlschwalben-Aktion. Es wurden, wie schon einmal vor 2 Jahren, Kunstnester zur Unterstützung dieser Vögel verschenkt. Natürlich nur an aussichtsreiche Plätze.

Einige der Bewerber für die Kunstnester kamen auch aus der Burgdorfer Weststadt. Dort versuchen in einigen Bereichen nach wie vor Mehlschwalben ihre Nester zu bauen. Natürlich finden solche Ansiedlungsversuche oft nicht ohne Interessenskonflikte zwischen Mensch und Tier statt. Mehlschwalben haben ganz bestimmte Vorstellungen und Ansprüche an ihr Baugebiet. Ein direkter hoher Anflug, möglichst geschützt vor Wind und Regen, nahegelegene Uferzonen mit Lehm für den Nestbau und insektenreiche Wiesen oder noch besser offene Stallhaltung mit Weiden.

Einiges davon ist zum Beispiel am Iseweg in der Burgdorfer Weststadt gegeben. Hier gibt es hohe Wohnhäuser mit breiten Dachüberständen und durch eingebaute Gauben auch viele Ecken, in denen es sich etwas geschützer brüten lässt und die Lehmnester länger halten. Nur in den unteren Bereichen einiger Häuser sollte, aus Sicht der Anwohner und Bauherren nachvollziehbar, vor vielen Jahren ein Ansiedeln der Schwalben durch Netze verhindert werden.

Da Mehlschwalben jedoch äußerst gebietstreu sind und auch nach Jahren immer wieder versuchen, an ihren angestammten Brutplätzen zu bauen, konnte der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze Ende August in Gesprächen mit der Hausverwaltung und einigen Vertretern der Anwohner einen gute Lösung erarbeiten.

Es wurde beschlossen, dass bei der nächsten Fassadenrenovierung in Bereichen, an denen es nicht zu Konflikten kommen kann, gezielt Kunstnester angebracht werden. An Stellen über Fenstern oder Eingängen bleiben die Vergrämungsmaßnahmen erhalten.

Der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze sieht in dieser Maßnahme eine gute Möglichkeit den Schwalben „unter die Flügel zu greifen“. Zumal das Abfallen der Nester immer öfter an ungeeignetem Nistmaterial liegt und Kunstnester deshalb eine echte Hilfe für die Tiere darstellt. Die zunehmend trockenen Monate im Frühjahr und Sommer sorgen dafür, dass nasser Lehm immer schwieriger für die Schwalben zu finden ist. Das Anlegen von Lehmpfützen ist somit auch eine gute Möglichkeit, die Tiere zu unterstützen.

Da nun aber eine Fassadenrenovierung nicht wegen der Schwalben vorgezogen werden kann, hat sich der NABU dazu entschlossen, einen sogenannten Schwalbenturm aufzustellen. Der Standort liegt auf dem Gelände des Kindergartens am Ende vom Iseweg, also in unmittelbarer Nähe der anderen „Schwalbenhäuser“. Das ist wichtig bei dem Versuch einer möglichen Umsiedlung.

Damit sich die Chancen einer Ansiedlung zusätzlich erhöhen, arbeitet der NABU hier mit einer Anlockstation. Ein Lautsprecher, der unterhalb der ca. 30 Kunstnester angebracht ist, lässt die Rufe der Mehlschwalben erklingen. Natürlich nicht dauerhaft sondern, mit einer entsprechenden Zeitschaltuhr, genau getaktet.

 

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Die Anlockstation
Foto: NABU

In diesem Zusammenhang möchte der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze die tolle Zusammenarbeit mit Herrn Gerd Müller vom Wohnbauprojekt Burgdorf erwähnen. Herr Müller hat diese Anlockstation unentgeltlich für uns gebaut. Vielen Dank dafür! Der NABU hat bei diesem Projekt besonders darauf geachtet, dass möglichst wenig Kosten entstehen. Der Mast ist zum Beispiel ein ausgemusterter Laternenpfahl. Den vielen ehrenamtlichen Helfern, die hier geholfen haben, auch noch mal ein herzliches Dankeschön!

Für den NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze bleibt nun zu hoffen, dass dieser Turm von den Vögeln als Brutstätte erkannt und bezogen wird. In der ersten Reihe für diesen Versuch sitzen erfreulicherweise die Kinder der Kita „Pusteblume“. Vielleicht wird aus dem einen oder anderen Kind so ein begeisteter Vogelkundler/in.

 

Helfer und Sponsoren:

  • Die Bingo-Stiftung sponsert den Schwalbenturm mit 3000,- €
  • Baufirma Abram aus Otze hat uns einen Sonderpreis mit 1.200 € gemacht. (Fundament aus Beton/Eisengitter).
  • Der Burgdorfer Bauhof hat uns den Turm nach Anlieferung auf ihrem Gelände gelagert.
  • Die Stadt hat uns die Genehmigung zum Aufstellen auf dem Gelände erteilt.
  • Kita Betreiber (Pusteblume), die evangelische Kirche mit Frau Meinige als Vorstand.

 

Wie baut man ein Schwalbennest?

 

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Kunstnest
NABU

 

Wer bei sich Schwalben in der Nähe oder sogar an seinem Haus hat, kann sie auf verschiedene Art und Weise unterstützen:

  1. Anbringen von Kunstnestern
  2. Anlage von kleinen Lehmpfützen für den natürlichen Nestbau
  3. Futterpflanzen für Insekten im Garten oder auf Balkon und Terrasse
  4. Wasserstellen schaffen

Wir haben für Sie eine kleine Broschüre zum Bau von Nestern für Mehl- und Rauchschwalben zusammengestellt. Dort finden Sie alle Information, die Sie brauchen:
Bauanleitung für Nester für Mehl- und Rauchschwalben

 

Wenn Sie sich weiter informieren möchten, sollten Sie sich die folgenden Links anschauen:

  1. Bauanleitung für ein Mehlschwalben-Kunstnest
  2. Hilfsmaßnahmen für Schwalben
  3. Baupläne für Nistkästen und Spaltenquartiere
  4. Nisthilfen für Mauersegler

Sie können sich hierzu eine Broschüre des NABU herunterladen:

Aktiv für unsere Sommerboten und Glücksbringer

 

Schwalben und Mauersegler kehren zurück

 

Anfang April (Schwalben) bis Mitte Mai (Mauersegler) sind sie wieder da! Ihr Gezwitscher ist unverwechselbar. Schwalben und Mauersegler kehren zurück und suchen ihre alten Quartiere auf. Mauersegler sind hier besonders „heimatverbunden“. Wo sie einmal waren, wollen sie auch wieder hin. Das wird für sie oft zu einem Problem. Neben ohnehin erschwerten Lebensbedingungen durch das allgemeine Insektensterben hat sich vielleicht während ihrer Abwesenheit in den Wintermonaten an den Häuserfassaden und Dächern ihres alten Reviers etwas verändert. Fassaden wurden möglicherweise gedämmt und neu versiegelt, Dächer wurden saniert und dicht gemacht, so dass hier z. B. keine Möglichkeit mehr besteht, in die Nisthöhlen unter den Dachziegeln zu gelangen.

Natürlich kann man von keinem Hausbesitzer verlangen, nötige Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade zugunsten dieser Tiere nicht durchzuführen, so der NABU.

Da ihr Bestand jedoch stark rückläufig ist, sollte diesem Trend im Falle von Bauarbeiten durch Schaffung von Ersatzquartieren entgegengewirkt werden. Viele Dachdecker sind hier entsprechend informiert oder sogar geschult. Sollten Sie also eine Dachsanierung planen, fragen sie vielleicht vorher, ob zu diesem Thema Kenntnisse vorliegen. Grundsätzlich wäre es auch gut, wenn die Abdeckung eines Daches außerhalb der Brutzeit vorgenommen wird. Es kommt leider sehr oft vor, dass die Nisthöhlen zerstört oder verschlossen werden, so dass die Jungvögel verenden.

Für Informationen rund um das Thema Mauersegler empfiehlt der NABU folgende Website: www.mauerseglerschutz.wordpress.com

Des weiteren möchte der NABU alle dazu auffordern, in den nächsten Monaten verstärkt nach Mauerseglern Ausschau zu halten. Falls Quartiere bekannt sind oder welche entdecken werden, wäre der NABU Burgdorf, Lehrte, Uetze sehr dankbar, wenn diese bei deren Ansprechpartnerin für Schwalben und Mauersegler unter folgender e-Mail-Adresse gemeldet werden:hartmann@nabu-burgdorf-lehrte-uetze.de

Diese Informationen helfen dem NABU, den Bestand im Raum Burgdorf zu erfassen und bei möglichen Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade vielleicht beratend zur Seite zu stehen.

 

Hier noch eine kurze Beschreibung von Mauerseglern:

Seit vielen Generationen brüten sie hauptsächlich 
in und an Gebäuden. Ihr Nistmaterial wie Federn und Halme fangen sie dabei im Flug, da ihr Körper für eine längere Fortbewegung am Boden nicht ausgelegt ist. Ihr lateinischer Name ist daher „Apus“ und bedeutet übersetzt „ohne Fuß“. Die sichelförmigen, langen Flügel und der schlanke Körper ermöglichen ihnen eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 200 km/h. Das Mauersegler-Weibchen legt 2 - 3 Eier. Sie brütet allein, und die Brutzeit zwischen Ende Mai und Anfang Juni beträgt 18 - 21 Tage. Gefüttert wird sie in dieser Zeit von ihrem Partner. Nachdem die Küken geschlüpft sind, verlassen sie nach ca. 40 Tagen (Anfang Juli) komplett flugfähig das Nest. Die nächsten Verwandten der Mauersegler sind erstaunlicherweise nicht die Schwalben, sondern die Kolibris.

 

 

Dagmar Hartmann

Bei Fragen zu Schwalben und Mauerseglern wenden Sie sich bitte an Dagmar Hartmann

 

Telefon: 05136-8043877
Email: hartmann@nabu-burgdorf-lehrte-uetze.de

 

Sehen Sie hierzu auch den Artikel in unserer Presseauslese

 

Faltblatt Wildbienen


Bauanleitung für Schwalbennester zum Herunterladen als pdf-Datei